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Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe


Im Wettlauf gegen Cyberkriminelle: Fallstricke manueller Incident Response
Manuelle Incident Response: Die schiere Masse an Angriffen überfordert



Von Dr. Klaus Gheri, General Manager Network Security bei Barracuda Networks

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

In einer aktuellen Umfrage fanden Sicherheitsforscher von Barracuda heraus, dass ein Unternehmen durchschnittlich dreieinhalb Stunden (212 Minuten) benötigt, um einen Angriff zu beheben. Zudem verbringen 11 Prozent der Unternehmen mehr als sechs Stunden mit Untersuchungen und Korrekturen. Barracuda betrachtete hierfür die Ergebnisse von E-Mail-Bedrohungsscans von 383.790 Postfächern in 654 Unternehmen über einen Zeitraum von 30 Tagen. Die Scans identifizierten fast 500.000 bösartige Nachrichten in diesen Posteingangsbereichen. Im Durchschnitt hatte jedes Unternehmen mehr als 700 bösartige E-Mails, auf die Benutzer jederzeit zugreifen konnten. Bei dreieinhalb Stunden Bereinigung pro Kampagne würde es Tage, wenn nicht Wochen dauern, bis ein Unternehmen all diese bösartigen Nachrichten identifiziert, untersucht und bereinigt hat.

Häufigkeit verschiedener Angriffsarten auf die E-Mail-Sicherheit
Zusätzlich zu diesen Angriffen, die sich bereits in den Mailboxen befanden, meldeten Benutzer jeden Tag verdächtige Nachrichten an die IT-Abteilung. Basierend auf Daten von Barracuda, reagiert ein typisches Unternehmen täglich auf etwa fünf E-Mail-Sicherheitsvorfälle. Mit durchschnittlich 3,5 Stunden für die Reaktion auf jeden Vorfall dauert es mehr als 17 Stunden, was zwei Vollzeitmitarbeitern entspricht, um auf diese täglichen Meldungen zu reagieren. Diese Zeit könnte stattdessen auf proaktivere Sicherheitsmaßnahmen aufgewendet werden, wie etwa Sicherheitstrainings für Mitarbeiter, die Verwaltung von Sicherheitspatches oder die Untersuchung zugestellter E-Mails auf bösartige Inhalte.

Drei Maßnahmen zur Verbesserung der Reaktionszeiten bei Sicherheitsvorfällen
Unternehmen haben selten genug Zeit und Ressourcen, um auf alle Vorfälle nach Best Practices zu reagieren. Häufig müssen IT-Abteilungen Prioritäten setzen, welche bösartigen Nachrichten zuerst untersucht werden, sodass andere Benutzer und Daten exponiert bleiben. Im Folgenden drei Maßnahmen für Unternehmen, um ihre Incident Response zu verbessern:

1. Bewertung von E-Mail-Schwachstellen: Posteingänge des Unternehmens sollten gescannt werden, um bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe zu finden, die das E-Mail-Gateway übersehen hat. Dies hilft, die Schwachstellen im E-Mail-System sowie den Umfang der zu untersuchenden und zu behebenden Probleme zu verstehen.

2. Spear-Phishing-Schutz mithilfe von KI: Die Einführung eines KI-basierten Schutzes vor Phishing und Account-Takeover hilft IT-Teams, diese Bedrohungen effektiver zu blockieren und Angreifern einen Schritt voraus zu sein, indem mithilfe künstlicher Intelligenz in Echtzeit nach Anomalien gesucht wird.

3. Automatisierung der Incident Response: Eine automatisierte Lösung für die Reaktion auf Vorfälle hilft, Bedrohungen, die während des E-Mail-Scans in den Posteingangsordnern der Benutzer gefunden wurden, schnell zu beseitigen und die Korrektur für alle zukünftigen Nachrichten effizienter zu gestalten. Mit automatisierten Lösungen für die Incident Response können Unternehmen effizient alle internen Benutzer identifizieren, die eine bösartige E-Mail erhalten haben, und alle Instanzen davon entfernen. Zudem ermöglichen diese Lösungen auch die automatische Zusendung von Meldungen an betroffene Benutzer, um sie vor der Bedrohung zu warnen oder andere Anweisungen zu geben.

Die Untersuchung zeigt, dass Unternehmen mit einer automatisierten Incident Response ihre Reaktionszeit um durchschnittlich 95 Prozent reduzieren können. So dauert beispielsweise die Reaktion auf Vorfälle bei 78 Prozent der Unternehmen mit automatisierter Vorfallreaktion weniger als 10 Minuten.

Eine schnelle und automatisierte Reaktion auf Vorfälle ist mittlerweile wichtiger denn je, da ausgefeilte Spear-Phishing-Angriffe zur Umgehung der E-Mail-Sicherheit immer häufiger auftreten. So sind etwa BEC-Angriffe (Business Email Compromise), die keine bösartigen Links oder Anhänge enthalten, enorm effektiv: In den letzten drei Jahren haben diese Angriffe laut FBI zu Verlusten von 26 Milliarden US-Dollar geführt. Im Wettlauf gegen Cyberkriminelle verbessert die Automatisierung der Incident Response daher erheblich die Reaktionszeit auf Vorfälle, hilft die Unternehmenssicherheit zu stärken, Schäden zu begrenzen und spart IT-Teams wertvolle Zeit und Ressourcen. (Barracuda Networks: ra)

eingetragen: 15.12.19
Newsletterlauf: 24.01.20

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Meldungen: Grundlagen

Das Verständnis von Datenschutz – über die Grenzen hinaus

Daten – das Gold der digitalen Welt, das Öl der Industrie 4.0 und die Basis für das Geschäftsmodell von Google und Facebook. Wir erläuterten bereits, warum Daten für die Geschäftswelt der Neuzeit unersetzlich sind. Mit der Verabschiedung der DSGVO hat die europäische Regierung Daten als besonders schützenswert befunden und die Aufmerksamkeit der Verbraucher auf die Wichtigkeit dieses Schutzes gelenkt. Doch werden personenbezogene Informationen über die europäischen Grenzen hinaus genauso empfindlich behandelt wie in Deutschland? Wo liegen die Unterschiede? Wir werfen einen Blick auf das Verständnis und die Bedeutung von Datenschutz in anderen Ländern und zeigen auf, was das unter anderem für die Bevölkerung bedeutet.

Insider-Bedrohungen in Schulnetzwerken

Nicht nur Unternehmen stehen im Visier von Cyberkriminellen. Phishing, Malware, Insider- und Netzwerkangriffe sind gängige Bedrohungen, denen auch Bildungseinrichtungen heutzutage ausgesetzt sind. Datenschützer kritisieren seit Langem, dass in Schulnetzen eklatante Sicherheitslücken bestehen, obwohl sensible Schülerdaten wie etwa Noten, Fehlzeiten, Krankheitsausfälle, Fördergutachten, Medikationsplänen oder Klassenbucheinträgen verarbeitet werden. Enge Budgetrestriktionen hinsichtlich der Cybersicherheit, verbunden mit einer großen Nutzerbasis von Minderjährigen, die potenzielle Angriffe oft noch nicht richtig einzuschätzen können, verschärfen das Bedrohungsszenario zusätzlich. Darüber hinaus erhöht der stetige Anstieg der von Schulen bereitgestellten Geräte drastisch die Angriffsfläche und die Anzahl der Systeme, die ein eventuell bereits unterbesetztes IT-Team versuchen muss, sicher zu halten.

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Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

Cyber-Sabotage durch Datenmanipulation

Cyberkriminelle stehlen nicht nur Daten. Manchmal ist es stattdessen ihr Ziel, Daten bewusst zu manipulieren. Attacken, bei denen externe Angreifer oder böswillige Insider subtile Veränderungen an unternehmenskritischen Daten wie etwa Quellcodes, Finanzdokumenten oder Bauplänen vornehmen, können für Unternehmen genauso verheerend sein wie Diebstahl. Es bedarf oft nur eines Fehlers, beispielsweise durch einen Angriff auf industrielle Steuerungssysteme, um die Produktion von Gütern zu unterbrechen oder zu verzögern und eventuell eine gesamte Lieferkette zu gefährden. Hat das Unternehmen keine adäquate Möglichkeit zu überprüfen, ob wichtige Daten legitim sind, kann dies zudem das Vertrauen im Unternehmen von innen heraus zersetzen.

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