Die Angriffsroute von Cyberkriminellen

Wie Cyberkrimelle heute vorgehen - Die Anatomie moderner Hacks

Jede Cyberattacke unterscheidet sich in ihrer Motivation und dem daraus resultierenden Schaden



Von Özkan Topal, Sales Director bei ThycoticCentrify

Cyberattacken werden mittlerweile selten von technisch hochversierten Angreifern durchgeführt. Traditionelle Hacking-Methoden wie das Decodieren von Verschlüsselungen oder das Infiltrieren von Firewalls gehören mehr und mehr zur Vergangenheit. Die Anatomie eines Cyberangriffs ändert sich: Kriminelle hacken sich nicht mehr ein; sie loggen sich einfach ein. Denn schwache, gestohlene oder anderweitig kompromittierte Anmeldedaten schaffen ein leichtes Einfallstor für böswillige Akteure, selbst wenn diese nur über geringe technische Fähigkeiten verfügen.

Die jüngste Datenpanne bei Twitter, bei der Dutzende prominente User-Accounts gekapert wurden, ist ein gutes Beispiel, wie Cyberangriffe heutzutage durchgeführt werden. Laut Untersuchungen des Social-Media-Riesen nutzte ein 17-Jähriger aus Florida Social-Engineering-Techniken, um an die Zugangsdaten einer kleinen Anzahl von Twitter-Mitarbeitern zu gelangen. Der Angreifer war anschließend in der Lage, diese Logins zu missbrauchen, um Zugriff auf ein wichtiges internes System zu erhalten. Und Twitter ist nicht allein: Forrester schätzt, dass 80 Prozent der Sicherheitsverstöße mittlerweile auf kompromittierte Zugangsdaten zurückzuführen sind. Kapert ein Angreifer einen privilegierten Account, kann er sich damit weitreichend und lange unbemerkt im Netzwerk bewegen, um sensible Daten zu exfiltrieren oder Störungen zu verursachen.

Die Angriffsroute von Cyberkriminellen

Jede Cyberattacke unterscheidet sich in ihrer Motivation und dem daraus resultierenden Schaden. Alle Angriffe enthalten jedoch drei wichtige Grundkomponenten, die sowohl für externe als auch Insider-Bedrohungen gelten. Nachfolgend ein Überblick, wie moderne Cyberangriffe häufig ablaufen:

1. Einen Weg ins Innere finden

Wie erwähnt, missbrauchen Kriminelle heute typischerweise kompromittierte Anmeldedaten für ihre Angriffe. Um die Login-Daten abzugreifen, nutzen sie in der Regel Social-Engineering-Techniken, wie zum Beispiel Phishing-Kampagnen. Auch machen sich Hacker die Millionen von geleakten Zugangsdaten zunutze, die im Dark Web zum Verkauf stehen. Deshalb sind Nutzer gefährdet, die dieselben oder ähnliche Passwörter für mehrere Konten verwenden, wenn ein Angreifer Techniken wie Credential Stuffing oder Passwort-Spraying einsetzt.

2. Navigation durch das System

Ist der Angreifer ins System eingedrungen, wird er versuchen, seine Umgebung auszukundschaften und seine Privilegien zu erhöhen, um sich lateral im Netzwerk zu bewegen und auf kritischere Infrastrukturen mit potenziell wertvollen Daten zuzugreifen. In dieser Phase versuchen Hacker, ein Verständnis für ihre Umgebung zu erlangen, indem sie sich IT-Zeitpläne, Sicherheitsmaßnahmen oder Netzwerkverkehrsströme ansehen. Netzwerkressourcen, privilegierte Konten, Domänencontroller und Active Directory sind bevorzugte Ziele für Angreifer, da sie oft über privilegierte Anmeldeinformationen verfügen.

3. Datendiebstahl und Verwischen von Spuren

Nachdem Angreifer wissen, wo sie Zugriff auf wertvolle Daten erhalten, werden sie nach Möglichkeiten suchen, ihre Zugriffsrechte weiter zu erhöhen, um diese Daten zu extrahieren und ihre Spuren zu verwischen. Sie können auch eine Hintertür schaffen, indem sie zum Beispiel einen SSH-Schlüssel erstellen, um zukünftig weitere Daten zu exfiltrieren.

Best Practices zum Schutz vor heutigen Cyberangriffen

Der Aufbau eines soliden Perimeters und die Investition in ein gut aufgestelltes Sicherheitsteam sind immer noch grundlegend. Da sich heutige Angreifer jedoch verstärkt schlechte Passwort-Praktiken und ungesicherte privilegierte Konten zunutze machen, müssen Unternehmen ihre Sicherheitsstrategie an diese Bedrohungen anpassen und sich auf den Schutz von Identitäten und Anmeldedaten konzentrieren.

Gemeinsam genutzte privilegierte Anmeldedaten sollten gesichtet und in einem Passwort-Tresor (Password Vault) verwahrt werden, um sie ordnungsgemäß zu verwalten. Allerdings reicht Vaulting allein nicht aus, um sich gegen die dynamische Bedrohungslandschaft zu verteidigen, die durch die digitale Transformation erheblich erweitert wurde und vermehrt Angriffsflächen wie Cloud oder DevOps aufweist.

Daher sollten Unternehmen einen Least-Privilege-Ansatz durchsetzen, der auf individuellen menschlichen und maschinellen Identitäten basiert. Darüber hinaus benötigt es Systeme, die überprüfen, welcher Mitarbeiter oder welche Applikation einen Zugriff auf Ressourcen anfordert und aus welchem Grund. Dabei müssen das Risiko der jeweiligen Zugriffsumgebung bestimmt und lediglich Berechtigungen für das Zielobjekt für die minimal benötigte Zeit gewährt werden. Im Folgenden drei Punkte, die Unternehmen in ihre Sicherheitsstrategie implementieren sollten:

• Anwendung eines Zero-Trust-Ansatzes: Das Zero-Trust-Modell geht davon aus, dass Angreifer bereits im Netzwerk sind. Daher sollte keinem Benutzer und keiner Anfrage vertraut werden, solange sie nicht vollständig verifiziert sind. Anschließend sollte lediglich ein Least-Privilege-Zugriff gewährt werden, der gerade so viele Berechtigungen gewährt, wie nötig. Sicherheitsarchitekturen müssen so strukturiert sein, dass sie dies berücksichtigen.

• Nutzung von Multi-Faktor-Authentifizierung für Privileged Access Management: Die Multi-Faktor-Authentifizierung ist ein einfaches Mittel zur Absicherung und sollte überall dort eingesetzt werden, wo Privilegien erhöht sind, wobei dezidierte Zugriffszonen diese Verteidigung zusätzlich verstärken.

• Maschinelles Lernen für Echtzeit-Risikobewusstsein: Algorithmen für maschinelles Lernen können das Verhalten privilegierter Benutzer überwachen, anormale und risikoreiche Aktivitäten identifizieren und Alarm schlagen, um verdächtige Vorgänge zu stoppen.

Heutige Cyberkriminelle können über ausgefeilte technische Fähigkeiten oder lediglich über das Grundwissen von Scriptkiddies verfügen. Mit der Implementierung eines soliden identitätszentrierten Privileged-Access-Management-Plans, der auf Zero-Trust-Prinzipien basiert, können Unternehmen ihre kritischen Assets jedoch gegen die steigende Flut an Angriffen schützen und das Risiko eines Sicherheitsverstoßes erheblich reduzieren. (ThycoticCentrify: ra)

eingetragen: 14.07.21
Newsletterlauf: 14.09.21

ThycoticCentrify: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.

Meldungen: Grundlagen

Log4j: Verwendet ein Cloud-Dienst Log4j

Die kritische Bedrohung durch die Log4Shell-Schwachstelle erfordert natürlich eine sofortige Reaktion. Doch im zweiten Schritt müssen sich Unternehmen generell Fragen zu Prozessen rund um Software-Lieferketten und dokumentierte (?) Abhängigkeiten stellen. Die vor bekannt gewordene Log4Shell-Sicherheitslücke ist in aller Munde und hält die Sicherheitsfachleute weltweit auf Trab.

Gesundheitskrise & Cybersicherheit

Nach dem Oktober, dem Nationalen Monat der Cybersicherheit, widmen wir uns im Rahmen unserer Serie zur "Cyber-Autopsie" einigen besonders schwerwiegenden Angriffen und Datenschutzverletzungen – und dem, wie man sie vielleicht hätte verhindern können.

Awareness, Awareness, Awareness

Wenn das Security Operations Center (SOC) Ransomware meldet, ist es sowieso längst zu spät: Die Meinung, dass sich bereits angelaufene Verschlüsselungsattacken mit gängigen Angriffserkennungs- und Gegenwehr-Maßnahmen nicht aufhalten lassen, ist in der Security weit verbreitet. Dabei stehen die Abwehr-Chancen gar nicht so schlecht. Voraussetzung sind gute Vorbereitung und ein Fine-Tuning der Sensorik auf "Active Defense". Beim Thema Ransomware neigen auch praxisgestählte CISOs zu einem gewissen Fatalismus. Zu oft hat sich gezeigt, dass beim ersten SOC-Alarm wichtige IT-Ressourcen bereits verschlüsselt sind und die weitere Verbreitung der Malware so rasant voranschreitet, dass die in anderen Fällen durchaus wirkungsvollen Response-Maßnahmen dem Geschehen hoffnungslos hinterherlaufen. Maximaler Malware-Schutz, bestmögliche Segmentierung und Awareness, Awareness, Awareness – so lautet vor diesem Hintergrund der Ratschlag zur Ransomware-Eindämmung. Man zieht sich also weithin auf Prävention zurück. Tatsächlich ist diese Maßnahmen-Trias gegen rein opportunistische Ransomware-Attacken auf Phishing-Basis wohl wirklich das Mittel der Wahl. Aber ausgerechnet gegen die weit ausgefeiltere Variante, bei denen die Verbreitung der Ransomware im Netz des Opfers akribisch von den Angreifern gesteuert wird, haben SOC-Teams sehr wohl eine Chance. Sie benötigen dazu eine auf Ransomware zugeschnittene Ergänzung ihrer sensorischen Werkzeuge und eine gute Vorbereitung auf den Fall der Fälle.

Wie KMU von Network Detection and Response profitieren

Für kleine und mittelständische Unternehmen, die oft nur über begrenzte Budgets und Ressourcen verfügen, ist es eine Herausforderung, sich im derzeitigen Sturm der Cyberkriminalität zu schützen. Die Bedrohungen entwickeln sich schneller als die vorhandenen Cyber-Sicherheitslösungen, kleine IT-Abteilungen können nicht Schritt halten. Ransomware-Angriffe sind allgegenwärtig, aber die Bedrohungslandschaft hört damit nicht auf: Advanced Persistent Threats, Insider-Bedrohungen und Angriffe auf die Lieferkette gehören zu den zahlreichen alltäglichen Gefahren. Die Angreifer nutzen die gleichen Spitzentechnologien wie Anbieter von Cybersicherheitslösungen, zum Beispiel künstliche Intelligenz (KI), Verschlüsselung und Schwachstellen-Scans. Sie profitieren von einem ausgereiften Schwarzmarkt für Malware und Ransomware als Dienstleistung. Sie profitieren von einer immer größer werdenden Angriffsfläche, die durch die rasche Einführung von Cloud-Lösungen, IoT und Identity Federation wächst. So erscheinen beispielsweise die jüngsten Angriffe auf die Lieferkette wie die auf Solarwinds und Kaseya für herkömmliche Sicherheitstools völlig legitim. IoT-Geräte, nicht verwaltete oder private Geräte und vergessene virtuelle Maschinen oder Container schaffen blinde Flecken in der Sicherheit.

Auswirkungen auf das OT-Netzwerk

Der Ransomware-Angriff auf Colonial Pipelines hat Auswirkungen weit über die betroffenen Regionen und Einrichtungen hinaus: Weltweit sehen sich kritische Infrastrukturen steigenden Bedrohungen ausgesetzt. Ein Angriff wie in den USA kann jederzeit auch bei uns stattfinden – mit ähnlich verheerenden Folgen. Ransomware-Attacken sind zumeist opportunistisch. Das heißt, Cyberkriminelle wollen möglichst schnell und einfach möglichst viel Gewinn erzielen. Sie greifen also vor allem solche Ziele an, von denen sie vermuten, dass sie hohe Lösegeldforderungen zahlen können und werden. Der eigene Aufwand lässt sich zudem durch Ransomware-as-a-Service-Angebote noch weiter reduzieren, indem Know-how und kriminelle Dienstleistungen "gebucht" werden. Durch die zunehmende Konvergenz von IT- und OT-Netzwerken, also Informationstechnologie und Betriebstechnik, verschwimmen die Grenzen zwischen den beiden ehemals getrennten Bereichen. Entsprechend können Angriffe von der einen auf die andere Infrastruktur "überspringen". Bislang haben wir keine Beispiele für Ransomware gesehen, die speziell auf OT-Komponenten abzielt, und dies gilt auch für Colonial Pipeline: Die Ransomware infiltrierte das IT-Netzwerk und es gibt keine Hinweise darauf, dass sie direkte Auswirkungen auf das OT-Netzwerk hatte. Als Vorsichtsmaßnahme schaltete Colonial jedoch die OT-Seite des Netzwerks ab und verhinderte so die weitere Ausbreitung. Dieser Schritt erschien vor allem deshalb notwendig, da der Pipelinebetreiber offensichtlich über eine mangelnde Transparenz dieser Infrastruktur verfügte, so das Ausmaß der Gefährdung nicht beurteilen konnte und sich nicht in der Lage sah, die potenziellen Auswirkungen auf das OT-Netzwerk abzumildern und zu begrenzen.

Besuchen Sie SaaS-Magazin.de

SaaS, On demand, ASP, Cloud Computing, Outsourcing >>>


Kostenloser Newsletter

Werktäglich informiert mit IT SecCity.de, Compliance-Magazin.de und SaaS-Magazin.de. Mit einem Newsletter Zugriff auf drei Online-Magazine. Bestellen Sie hier

Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

Diese Webseite verwendet Cookies - Wir verwenden Cookies, um Inhalte und Anzeigen zu personalisieren, Funktionen für soziale Medien anbieten zu können und die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren. Außerdem geben wir Informationen zu Ihrer Verwendung unserer Website an unsere Partner für soziale Medien, Werbung und Analysen weiter. Unsere Partner führen diese Informationen möglicherweise mit weiteren Daten zusammen, die Sie ihnen bereitgestellt haben oder die sie im Rahmen Ihrer Nutzung der Dienste gesammelt haben. Mit dem Klick auf „Erlauben“erklären Sie sich damit einverstanden. Weiterführende Informationen erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.