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Embedded Software Engineering Kongress 2022 - Sindelfingen | 05.–09.12.2022
Der ESE Kongress ist Deutschlands Leitkongress der Embedded-Softwarebranche


HTTP-Sicherheit einfach gemacht

Zwar ist die Erstellung eines eigenen und damit kostenlosen TLS-Zertifikats nicht schwierig und es dauert auch nur wenige Sekunden

Das Problem ist allerdings, dass ein selbstsignierter Schlüssel nicht viel bringt, wenn man diesen mit einem öffentlichen Webserver betreiben will



Von Michael Veit, Security-Evangelist bei Sophos

Vielleicht dem einen oder anderen bekannt, Let's Encrypt ist eine Organisation, die es einfach und günstig (eigentlich sogar kostenlos) macht, HTTPS-Zertifikate für Webserver zu erhalten. Doch der Reihe nach und wozu das alles? Dass sensible Daten wie Usernamen, Passwörter oder andere persönliche Informationen geheim und verschlüsselt über das Internet kommuniziert werden sollten, bedarf eigentlich keiner weiteren Diskussion. Aber selbst für wenig sensible Daten, die man sich beispielsweise beim Surfen im Internet ansieht, ist eine Verschlüsselung des Internetverkehrs durchaus sinnvoll. Denn Cybergauner können durch die Beobachtung von unverschlüsseltem Internetverkehr viel über den Nutzer erfahren. Und warum sollte man es den Gangstern leicht machen und die Chance geben, beispielsweise einen Download mit einem gefälschten Nachrichtendokument auszutauschen oder Malware über eine vermeintlich harmlose App einzuschleusen?

HTTPS ist eine der besten Sicherheitsmaßnahmen. Und es sollte ein durchgängiger Standard für alle Websitzungen sein, auch für die Sitzungen, die man für belanglos hält – ähnlich dem Sicherheitsgurt, den man grundsätzlich zu Beginn einer Fahrt anlegt und nicht erst dann, wenn man glaubt, dass die Straßenbedingungen am gefährlichsten sind.

Kleiner Ausflug ins Prinzip und die Historie von HTTPS

HTTPS, die Abkürzung für sicheres HTTP, basiert auf dem Verschlüsselungsprotokoll Transport Layer Security, kurz TLS. TLS verschlüsselt und schützt die Daten, die während einer Netzwerksitzung hin- und hergeschickt werden, so dass diese während der Übertragung nicht einfach ausgespäht und nicht heimlich verändert werden können.

Aufgrund dieser Funktionen, die sowohl die Vertraulichkeit des Surfens als auch die Integrität der heruntergeladenen Daten schützen, sind sich die meisten Sicherheitsexperten heutzutage einig, dass HTTPS bei der Nutzung des Internets von entscheidender Bedeutung ist.

Allerdings war HTTPS vor nicht allzu langer Zeit noch eine eher "lästige" Angelegenheit. Vor etwa einem Jahrzehnt war HTTPS noch kaum verbreitet und dafür gab es zwei Gründe:

Erstens waren TLS-Zertifikate umständlich zu erwerben und zu verwenden und sie kosteten Geld. Kleinere Organisationen und Unternehmen oder Internet-Hobbyisten ärgerten sich darüber, dass sie eine "Websteuer" zahlen sollten, zumal die Zertifikate regelmäßig erneuert werden mussten.

Zweitens galten TLS-Netzwerkverbindungen als langsamer im Vergleich zu unverschlüsselten Verbindungen. Viele Website-Betreiber mit hohem Datenverkehr scheuten sich vor HTTPS, weil der "kryptografische Tanz", den das Protokoll jedes Mal erfordert, wenn ein Besucher auf die Website zugreift, zusätzliche Zeit in Anspruch nimmt und weil jedes Byte, das danach gesendet und empfangen wird, ver- und entschlüsselt werden muss.

Insgesamt sah man die Notwendigkeit für HTTPS bis etwa 2010 deutlich laxer als heute. Selbst Mainstream-Websites wie soziale Medien, Webmail und Online-Shopping setzten TLS nur in so genannten "kritischen Momenten" ein – etwa bei Passwortabfragen oder dem Einsatz von Kreditkartendaten. Der größte Teil des Surfens erfolgte ohne HTTPS, da ein schnelles Surferlebnis als viel wichtiger angesehen wurde als ein sicheres.

Die Kehrtwende

Im Jahr 2010 jedoch änderte sich die kollektiv nachlässige Einstellung plötzlich, was nicht zuletzt auf ein Firefox-Plugin namens Firesheep zurückzuführen war. Mit Firesheep konnte sich jeder, der Lust dazu hatte, als Netzwerkhacker versuchen, beispielsweise in öffentlich zugänglichen Internet-Zugängen im Cafe. Mit Firesheep war es möglich, Datenströme zu beobachten, die zwischen den Nutzern, die sich beispielsweise vermeintlich "sicher" bei einer Website wie Facebook oder Twitter angemeldet hatten, im Netzwerk hin- und hergehen. Diese unverschlüsselten Netzwerkpakete verrieten zwar nicht das Passwort des Benutzers, aber sie enthüllten das aktuelle Authentifizierungs-Token oder den geheimen Sitzungs-Cookie, der zu jeder Anfrage hinzugefügt wurde, um zu beweisen, dass der Benutzer bereits angemeldet war. Firesheep schürfte diese Authentifizierungs-Token automatisch und fügte sie in den gefälschten Facebook- und Twitter-Datenverkehr ein, um die Konten anderer Personen zu kompromittieren. Dies und einige weitere Gründe führten sehr schnell zu immer lauteren Rufen nach HTTPS und so wurde es zunehmend mehr eingesetzt.

Kosten im Namen der Sicherheit

Die ersten, die HTTPS für den gesamten Datenverkehr auf Internetseiten einsetzten, bemerkten sehr schnell, dass der durch TLS verursachte Rechenaufwand auf moderner Computer-Hardware weit weniger dramatisch ist, als viele befürchtet hatten.

Allerdings war das Kostenproblem für die Zertifikate zu diesem Zeitpunkt noch nicht gelöst, zum besonderen Leidwesen von kleinen Unternehmen und Internet-Enthusiasten. Jedes Serverzertifikat konnte 100 Dollar pro Jahr kosten, und man musste sicherstellen, die Zertifikate rechtzeitig – will heißen jährlich – zu erneuern. Denn nach Ablauf der Frist erhielten die Webseitenbesucher jedes Mal eine wenig vertrauenserweckende Meldung wie etwa "Unvertrauenswürdige Website - Zertifikat ist abgelaufen".

Zwar ist die Erstellung eines eigenen und damit kostenlosen TLS-Zertifikats nicht schwierig und es dauert auch nur wenige Sekunden. Das Problem ist allerdings, dass ein selbstsignierter Schlüssel nicht viel bringt, wenn man diesen mit einem öffentlichen Webserver betreiben will. Damit das Zertifikat wirklich funktioniert, hätte man eine Organisation, die als Zertifizierungsstelle (CA) anerkannt ist, bitten müssen, eine Prüfung durchzuführen, dass man tatsächlich der Webseitenbetreiber ist. Erst dann wird das Zertifikat signiert und dafür gebürgt. Zudem hätte man eine Zertifizierungsstelle wählen müssen, der die überwiegende Mehrheit der Browser bereits vertraut, so dass ein neu signiertes Zertifikat automatisch für die überwiegende Mehrheit der Nutzer ungehindert funktionieren würde. Und genau dies war die Grundlage für den Markt der bezahlpflichtigen Zertifikate.

Der Ruck in die sichere Freiheit

Der Zustand mit den Zertifikaten sollte sich ab dem Jahr 2014 allerdings rasch ändern. In diesem Jahr gegründete sich die gemeinnützige Organisation Let's Encrypt. Diese wollte die HTTPS-Landschaft ändern, indem sie als Zertifizierungsstelle TLS-Zertifikate kostenlos anbot und indem sie den Prozess des Erwerbs und der Erneuerung automatisierte und damit stark vereinfachte. Zwar war Let's Encrypt war nicht das erste Projekt dieser Art, allerdings eines der erfolgreichsten.

Natürlich geschah dies nicht über Nacht. Denn das noch neue Let's Encrypt-Zertifikat konnte nicht einfach als CA für sich selbst fungieren. Ergo war es schwierig, das Interesse und die Akzeptanz zu gewinnen. Hilfestellung gab es von Digital Signature Trust Co., auch bekannt als IdenTrust. Dieses Unternehmen hat Let's Encrypt enorme Starthilfe gegeben, indem es seit 2015 als CA für Newcomer agierte.

Heute vertrauen die meisten Browser und Betriebssysteme dem Zertifikat.

Warum ist das wichtig? Ganz einfach, weil wir der Meinung sind, dass diese Geschichte ein gutes Beispiel dafür ist, weshalb Kryptographie und kryptographischer Fortschritt oft so langsam sind und manchmal Jahre brauchen, um durch einen Konsens vieler Beteiligter etwas sehr sinnvolles und vor allem vertrauensvolles zu erreichen.

Daher, Glückwunsch an Let's Encrypt für das Festhalten an einem Plan, HTTPS auch für die kleinste Website einfach und kostengünstig zu nutzen, und Dank an IdenTrust für die Unterstützung von Let's Encrypt in den Anfangstagen.

Achja, und zum Schluss noch ein Wort an diejenigen, die immer noch behaupten, dass HTTPS ein unnötiges Übel ist, das Cyberkriminellen in die Hände spielt, weil auch sie jetzt problemlos HTTPS-Zertifikate erhalten können. Diese sollten bedenken, dass Gauner, die HTTPS nutzen wollten, dies schon lange vor dem Aufkommen von Let's Encrypt tun konnten. Zwar mussten die Cybergangster ebenfalls die 99 Dollar für ein TLS-Zertifikat bezahlen – das taten sie aber sicher nicht mit der eigenen Kreditkarte … sondern mit Kreditkartendaten, die sie von Webseiten abgezogen haben, die eben nicht mit HTTPS geschützt waren. (Sophos: ra)

eingetragen: 27.10.21
Newsletterlauf: 24.01.22

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Meldungen: Unternehmen

Meilenstein in der Entwicklung von Arctic Wolf

Arctic Wolf, Unternehmen im Bereich Security Operations, gibt den Abschluss ihrer Wandelanleihe im Gesamtwert von 401 Millionen Dollar bekannt. Geleitet wurden die Verhandlungen von Owl Rock, einer Abteilung von Blue Owl Capital, mit Beteiligung neuer und bestehender Investoren einschließlich Viking Global Investors, dem Ontario Teachers' Pension Plan und Neuberger Berman, LLC.

Ein deutlich erweitertes Vertriebsgebiet

Die Infinigate Group, europäischer Value-Added Distributor (VAD) für Cybersecurity-Lösungen, gab die Übernahme des im Mittleren Osten marktführenden VAD Starlink bekannt. Der in Dubai beheimatete Distributor ist in den Bereichen Cybersecurity, sowie sichere Cloud- und Netzwerklösungen der Branchenprimus in der Region Mittlerer Osten und Afrika (MEA).

Cyber-Restrisiken auslagern können

Die Nachrichten über Cyber-Attacken sind mittlerweile allgegenwärtig und haben auch in kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) zu einer Sensibilisierung für den Bereich Informationssicherheit beigetragen. In vielen Fällen reagieren Unternehmen mit einem hohen Maß an technischen IT-Sicherheitsmaßnahmen – ohne jedoch die eigentlichen Risiken und deren Auswirkungen auf das Unternehmen zu kennen.

vxIntel-Team wird Teil der Arctic Wolf Labs

Arctic Wolf, Anbieterin von Security Operations, gibt die Übernahme von vxlntel, Anbieterin von Cyber Threat Intelligence bekannt. Die Malware Intelligence Plattform von vxIntel analysiert derzeit über 500.000 Dateien pro Tag und über 10 Terabyte Daten pro Monat aus über 100 globalen Datenquellen. Der enorme Umfang der Plattform hat dazu beigetragen, dass das Unternehmen eine der größten Malware-Datenbanken der Welt aufgebaut und sich zu einer wichtigen Threat-Intelligence-Quelle für Organisationen, Regierungsbehörden und führenden Cybersicherheitsunternehmen auf der ganzen Welt entwickelt hat.

Daten schützen und Business Continuity absichern

Rubrik, Unternehmen für Zero Trust Data Security, gibt die Überschreitung seines jährlich wiederkehrenden Umsatzes (ARR) aus Software-Abonnements von bisher 400 Millionen USD bekannt – im Jahresvergleich stieg dieser um über 100 Prozent. Zudem hat Rubrik eine Netto-Dollar-Bindungsrate von mehr als 140 Prozent erreicht – ein Zeichen für die starke Bindung und das Wachstum von Rubrik.

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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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