Risiko von infizierten Home-Office-Geräten

Sicherheitsrisiko durch Ende der Remote-Arbeit

Best Practices für eine sichere Rückkehr ins Büro



Von Martin Kulendik, Regional Sales Director DACH bei Silverfort

Während die Impfkampagne gegen COVID-19 weiter voranschreitet, sollten sich Unternehmen Gedanken darüber machen, wie sich eine mögliche massenhafte Rückkehr von Mitarbeitern in ihre Büros auf die Sicherheit des Unternehmensnetzwerks auswirken könnte. Auf den ersten Blick scheint es, als würde das Ende der Remote-Arbeit die Sicherheitslage der meisten Unternehmen stärken. Schließlich kehren die Mitarbeiter in die Sicherheit und den Komfort des Unternehmensnetzwerks zurück.

Aber ist das Arbeiten innerhalb des Perimeters wirklich sicherer? Leider zeigt sich, dass Hacker immer wieder Wege finden, die Sicherheitskontrollen des Perimeters zu umgehen und in das Netzwerk einzudringen. Der Supply-Chain-Angriff auf SolarWinds hat gezeigt, dass Bedrohungsakteure in der Lage waren, mehr als 10.000 Netzwerke zu kompromittieren, ohne jemals eine Firewall durchbrechen zu müssen. Ob Supply-Chain-Angriffe, Zero-Days in mit dem Internet verbundenen Geräten oder einfache Brute-Force-Angriffe – es gibt viele Möglichkeiten für Cyberkriminelle, um sich Zugang zum Netzwerk zu verschaffen und in den Perimeter einzudringen.

Darüber hinaus kann die Rückkehr von Geräten aus dem Home-Office in die Büros von Unternehmen ein erhebliches Risiko darstellen, da sie verschiedenen Bedrohungsvektoren ausgesetzt waren. Solche Geräte können von Familienmitgliedern für unsichere Aktivitäten genutzt oder über ungeschützte Netzwerke verwendet worden sein. Da in vielen Unternehmen der interne Netzwerkverkehr nicht überprüft wird, können einige dieser Geräte durchaus mit Malware in Kontakt gekommen sein. Solche Malware kann darauf warten, dass sich das Gerät mit einem hochwertigen Unternehmensnetzwerk verbindet, und gestohlene Anmeldeinformationen missbrauchen, um sich lateral im Netzwerk zu bewegen und auf sensible Infrastruktur und Daten zuzugreifen.

Durchsetzung von Zero Trust nur bei Cloud-Apps nicht ausreichend

Viele sicherheitsbewusste Unternehmen haben bereits einen Zero-Trust-Ansatz gewählt, um ihre Cloud-Anwendungen vor unberechtigtem Zugriff zu schützen. Bei diesem Ansatz wird jedes Gerät – inklusive Geräte, die für die Arbeit im Homeoffice verwendet werden – als nicht vertrauenswürdig eingestuft und muss überprüft werden, bevor es auf sensible Unternehmensressourcen zugreifen darf. Doch allzu oft wird ein Zero-Trust-Ansatz nur bei Cloud-Anwendungen durchgesetzt. Dies führt dazu, dass Systeme vor Ort, administrative Schnittstellen, Infrastruktur, IoT-Geräte sowie Endpunkte dem Zugriff von kompromittierten Geräten innerhalb des Netzwerks ausgesetzt sind.

Begrenzte Akzeptanz von Zero Trust Security

Obwohl Unternehmen den Wert eines Zero-Trust-Sicherheitsmodells erkennen und zustimmen, dass es ein notwendiger Teil ihrer Cybersicherheitsstrategie ist, zeigt sich immer noch keine weit verbreitete Akzeptanz. Die Implementierung von Mikro-Segmentierung mit Proxys oder das Hinzufügen von Schutzmaßnahmen, die Software-Agenten erfordern, ist in den heutigen vielfältigen Netzwerken eine sehr schwierige Aufgabe. Viele Unternehmen greifen auf die Implementierung des Modells für eine kleine Teilmenge der Unternehmensanwendungen zurück, anstatt ein vollständiges netzwerkweites Zero Trust-Sicherheitsmodell einzuführen.

Best Practices für eine sichere Rückkehr ins Büro

Im Folgenden finden Unternehmen einige bewährte Sicherheitspraktiken, die sie berücksichtigen sollten, wenn Mitarbeiter an ihren Arbeitsplatz zurückkehren:

• >> Überwachung des Zugriffs von allen Geräten, insbesondere von solchen, die für die Arbeit in Home-Office und über ungesicherte Umgebungen verwendet werden

• >> Verwendung identitätsbasierter Segmentierungsrichtlinien, um die unbefugte Nutzung von administrativen Schnittstellen sensibler Systeme zu verhindern

• >> Durchsetzung einer risikobasierten Authentifizierung für alle Zugriffsanfragen sowohl auf lokale als auch auf Cloud-Ressourcen

• >> Implementierung und Durchsetzung von netzwerkweiten identitätsbasierten Zero-Trust-Richtlinien

Mit der richtigen Architektur und den richtigen Tools ist es möglich, Zero-Trust-Richtlinien sowohl in On-Premise- als auch in Cloud-Infrastrukturen zu implementieren. Hierbei ist die Konzentration auf die Identität als Steuerungsebene ein guter Ausgangspunkt. Da hybride Home-Office und Vor-Ort-Richtlinien wahrscheinlich auf absehbare Zeit in Kraft bleiben werden, war das Credo des Zero-Trust-Ansatzes: "Niemals vertrauen, sondern stets verifizieren" noch nie so wichtig wie heute. (Silverfort: ra)

eingetragen: 27.10.21
Newsletterlauf: 24.01.22

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Meldungen: Unternehmen

Angriffe auf die Lieferkette

Kaspersky stellt eine Liste von Softwarekomponenten, die sogenannte Software Bill of Materials (SBOM) bereit, um einen besseren Einblick in die Integrität ihrer Produkte zu gewährleisten. Kunden und Partnern soll diese helfen, zu verstehen, was in den Produkten und der Softwarearchitektur des Unternehmens steckt. Die Digitalisierung von Geschäftsprozessen findet in immer komplexeren Netzwerken statt, die sich auf mehrere Softwareprodukte stützen. Dies wiederum hat zu einer Zunahme der Sicherheitsrisiken innerhalb der IKT-Lieferkette geführt. Laut der Agentur der Europäischen Union für Cybersicherheit (ENISA) nehmen Angriffe auf die Lieferkette im Jahr 2021 zu. Des Weiteren sind Datenschutzverletzungen, bei denen Daten mit Zulieferern geteilt werden, dieses Jahr mit 1,4 Millionen US-Dollar die kostspieligsten. Diese Zahlen zeigen, dass mehr Transparenz in die Komponenten und Verbindungen innerhalb und zwischen den Software-Lieferketten nötig ist, um die Integrität und Vertrauenswürdigkeit der digitalen Infrastruktur zu gewährleisten, auf die sich Unternehmen verlassen. Um Unternehmen zu unterstützen und die Sicherheit und Integrität von Cybersicherheitslösungen zu gewährleisten, führte Kaspersky deshalb weltweit die Software Bill of Materials ein. Eine SBOM besteht aus Belegmaterialien, die die Teile beschreiben, aus denen eine Software zusammengesetzt ist. Sie zeichnen ein umfassendes Bild aller Komponenten und der zugehörigen Informationen über sie sowie die Beziehungen zwischen ihnen. Die Software Bill of Materials ist eine immer gängigere bewährte Praxis innerhalb der Branche. Sie erhöht die Transparenz von Software und verbessert die Sichtbarkeit der Software-Zusammensetzung und -architektur, um den Aufbau einer zuverlässigen und vertrauenswürdigen digitalen Infrastruktur zu fördern.

Eindämmung großer DDoS-Angriffe

Netscout Systems gab ihre Zusammenarbeit mit der NTT Communications Corporation (NTT Com) bekannt, um Forschungs- und Resilienztests zur Erkennung und Minderung von Cyberangriffen durchzuführen. Dabei werden die Ressourcen des ATLAS Security Engineering & Response Teams (ASERT) von Netscout genutzt. NTT Com ergreift aktive Maßnahmen, um zu gewährleisten, dass sein Netzwerk den zunehmenden Datenverkehr und die Sicherheitsanforderungen unterstützen kann und gleichzeitig ein widerstandsfähigeres Netzwerk für die Zukunft bereitstellt. Netscout hat seit der Verbreitung des Mirai-Quellcodes einen enormen Anstieg volumetrischer DDoS-Cyberangriffe auf der ganzen Welt festgestellt, darunter einen Reflection/Amplification-Angriff mit 1,7 Tbps in den letzten Jahren. Volumetrische DDoS-Angriffe überwältigen die interne Netzwerkkapazität, um Bandbreite zu verbrauchen, so dass echte Benutzer keinen Zugang zu einem Netzwerk, einer Anwendung oder einem Dienst erhalten. Die Forschungsinitiative mit NTT Com wird dazu beitragen, die Bemühungen zur Erkennung, Analyse und Verhinderung von DDoS und anderen Cyberangriffen fortzusetzen.

Hilfe von Identitätsorchestrierung

Ping Identity übernimmt mit Singular Key, Anbieterin von No-Code-Identität und Sicherheitsorchestrierung. Das US-Start-up für End-to-End-Security optimiert die Integration von Identitätsdiensten und bietet ein No-Code-Tool, mit dem sich Workflows über mehrere Identitätstechnologien und -plattformen hinweg erstellen lassen. Identitätsüberprüfung, Fraud-, Risiko- und Zugriffsmanagement, Autorisierung, privilegierte Zugangsmöglichkeiten sowie Identitäts-Governance werden dabei in einer einheitlichen Identitätsstruktur verwaltet. Unternehmen können mit Hilfe von Identitätsorchestrierung auf einfache Weise dynamische User Journeys erstellen und über sämtliche Entwicklungen des Identitäts- und Zugriffsmanagements hinweg verwalten. Der intelligente Security Layer-Ansatz von Singular Key sorgt dabei für mehr Agilität und Flexibilität in Unternehmensprozessen, da Identitäts-Workflows vereinfacht werden und schnell und ohne Codierung bereitgestellt werden können. Singular Key wird über die PingOne Cloud-Plattform zur Verfügung stehen und bestehende Kunden sowie Neuanwender dabei unterstützen, ihre End-to-End User Journeys sowohl über die Systeme von Ping Identity als auch über Dienste von Drittanbietern hinweg zu verbessern.

Grundlage für die dynamischen Cyber-Abwehrlösungen

Mandiant, Anbieterin von dynamischer Cyber-Abwehr und -Reaktion, schließt ihre Umfirmierung von FireEye. Das Unternehmen firmiert als Mandiant und handelt ihre Aktien seit Handelsbeginn der Nasdaq am 5. Oktober 2021 unter dem Börsenkürzel MNDT statt FEYE. Die Entscheidung, den Unternehmensnamen und das Börsenkürzel zu ändern, spiegelt die Strategie des Unternehmens wider, sich auf die Mandiant-Sicherheitslösungen zu konzentrieren, die über die Cloud-basierte Plattform "Mandiant Advantage" bereitgestellt werden. Im Rahmen dieser Strategie gab das Unternehmen am 2. Juni 2021 bekannt, dass es eine endgültige Verkaufsvereinbarung für den Geschäftsbereich FireEye Products mit einem Konsortium unter der Führung der Symphony Technology Group (STG) geschlossen hat. Der Verkauf inkludiert den Namen FireEye. Kevin Mandia, CEO von Mandiant: "Die Umfirmierung unseres Unternehmens in Mandiant, Inc. steht im Einklang mit unserer Mission, jedem Unternehmen Vertrauen in seine Cyberabwehr zu verleihen."

Ganzheitlicher Ansatz zur Identitätssicherheit

One Identity, Anbieterin im Bereich Unified Identity Security, hat OneLogin, eine Anbieterin von Identity Access Management (IAM)-Lösungen, übernommen, um die Unified-Identity-Security-Plattform von One Identity zu erweitern. In Kombination mit den bestehenden Lösungen für Privileged Access Management (PAM), Identity Governance and Administration (IGA) und Active Directory Management and Security (ADMS) ermöglicht das Unternehmen seinen Kunden jetzt einen ganzheitlichen Ansatz zur Identitätssicherheit auf Basis zuverlässiger, bewährter Technologien in jeder wichtigen Kategorie. Mit der Ergänzung durch die OneLogin-Software bietet One Identity nun Lösungen für jede der vier Säulen, die notwendig sind, um kritische Cybersicherheits-Lücken zu schließen. Gartner Research führt die beiden Lösungen von One Identity und OneLogin im Leaders-Quadranten der Gartner Magic Quadrant Reports für die Bereiche PAM, IGA und IAM, während Tausende von Unternehmen Active Roles verwenden, um Microsoft AD und Azure AD abzusichern und zu stärken. "Mit der Verbreitung menschlicher und maschineller Identitäten, dem Wettlauf in die Cloud und Remote Working wird die Identität schnell zum neuen Prüfstein – deshalb war es noch nie so wichtig wie aktuell, Identitäten mit einem End-to-End-Ansatz zu schützen", so Bhagwat Swaroop, Präsident und General Manager von One Identity. "Indem wir OneLogin in unser Portfolio und unsere Cloud-basierte Unified Identity Security-Plattform integrieren, unterstützen wir unsere Kunden dabei, sämtliche Identitäten ganzheitlich zu korrelieren, alles zu verifizieren, bevor jemand oder etwas Zugriff auf kritische Assets bekommt, nebst der Möglichkeit, verdächtige Login-Aktivitäten in Echtzeit zu erkennen. Mit Identität als Herzstück, können unsere Kunden jetzt eine adaptive Zero-Trust-Strategie umsetzen und ihre allgemeine Cybersicherheitslage drastisch verbessern."

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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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