In China ansässige Gruppen weiterhin sehr aktiv

Kryptowährungen: Weiteres Tätigkeitsfeld für APT-Gruppen

Cyberspionage: APT Activity Report: Hackergruppen aus Russland, Nordkorea, Iran und China ungebremst aktiv



Eset gibt mit ihrem neuen APT (Advanced Persistent Threat) Activity Report einen regelmäßigen Überblick über die Tätigkeiten dieser Hackergruppen und beleuchtet ihr Vorgehen im Detail. Mit Russland verbundene Hacker wie Sandworm, Gamaredon, Turla oder InvisiMole haben weiterhin die Ukraine als Primärziel. Luftfahrt- und Rüstungsunternehmen sind beliebt bei Akteuren, die Verbindung nach Nordkorea haben. Iranische Gruppen fokussieren ihre Aktivitäten auf Israel. Auch ein deutsches Lebensmittelunternehmen war Ziel einer mit China verbundenen APT-Gruppe. Insgesamt konnten die Eset-Forscher keinen Rückgang der Tätigkeiten bei den verschiedenen Hackergruppen feststellen. Der aktuelle Bericht umfasst den Zeitraum von Mai bis August 2022 und ist auf WeLiveSecurity.de verfügbar.

"Die Luftfahrt- und Rüstungsindustrie sind nach wie vor von großem Interesse für mit Nordkorea verbündete Gruppen. Beispielsweise hatte es Lazarus auf einen Mitarbeiter eines Luft- und Raumfahrtunternehmens in den Niederlanden abgesehen. Unseren Recherchen zufolge hat die Gruppe eine Schwachstelle in einem legitimen Dell-Treiber ausgenutzt, um in das Unternehmen einzudringen. Wir glauben, dass dies der erste jemals aufgezeichnete Missbrauch dieser Schwachstelle in freier Wildbahn ist", erklärt Jan-Ian Boutin, Direktor von Eset Threat Research. "Wir haben zudem festgestellt, dass mehrere mit Russland verbündete Gruppen den Messengerdienst Telegram missbraucht haben, um auf Command-and-Control Server zuzugreifen oder um sensible Informationen durchsickern zu lassen. APT-Akteure aus anderen Regionen versuchten ebenfalls, Zugang zu ukrainischen Organisationen zu bekommen, sowohl für Cyberspionage als auch für den Diebstahl von geistigem Eigentum", sagt Boutin weiter.

Finanzinstitutionen und Unternehmen, die mit Kryptowährungen arbeiten, waren das Ziel von Kimsuky aus Nordkorea und zwei Kampagnen der Lazarus Gruppe. Eine dieser Aktionen, die von den Eset Forschern als Operation In(ter)ception bezeichnet wird, wich von ihren üblichen Zielen in der Luftfahrt- sowie Rüstungsindustrie ab. Dabei wurde eine einzelne Person aus Argentinien mit einer als Jobangebot bei Coinbase getarnten Malware angegriffen. Eset entdeckte außerdem, dass die Gruppe Konni eine Technik verwendet, die in der Vergangenheit von Lazarus eingesetzt wurde - eine trojanisierte Version des Sumatra PDF Viewers.

In China ansässige Gruppen waren weiterhin sehr aktiv. Sie nutzten verschiedene Schwachstellen und bisher nicht gemeldete Backdoors. So identifizierte Eset die Linux-Variante einer Backdoor, die von SparklingGoblin gegen eine Universität in Hongkong eingesetzt wurde. Dieselbe Gruppe nutzte in einem anderen Fall eine Confluence-Schwachstelle, um ein Unternehmen der Lebensmittelindustrie in Deutschland und ein Ingenieurbüro in den USA anzugreifen. Eset Research vermutet außerdem, dass eine ManageEngine ADSelfService Plus-Schwachstelle hinter der Kompromittierung eines US-Rüstungsunternehmens steckt. Dessen Systeme wurden nur zwei Tage nach der Veröffentlichung der Schwachstelle angegriffen. In Japan identifizierte Eset mehrere Kampagnen der Gruppe Mirrorface, von denen eine in direktem Zusammenhang mit den Wahlen zum Oberhaus des Parlaments stand.

Iranische Gruppen haben Israel im Fokus

Die wachsende Zahl von Gruppen, die mit dem Iran in Verbindung stehen, konzentrierten ihre Bemühungen weiterhin hauptsächlich auf verschiedene israelische Branchen. Eset-Forscher konnten eine Aktion, die auf ein Dutzend Organisationen abzielte, POLONIUM zuordnen und mehrere bisher nicht dokumentierte Backdoors identifizieren. Unternehmen und Einrichtungen, die in der Diamantenindustrie in Südafrika, Hongkong und Israel tätig sind oder mit ihr in Verbindung stehen, waren das Ziel von Agrius. Die Eset Experten gehen davon aus, dass es sich dabei um einen Angriff auf die Lieferkette handelt, bei dem eine in Israel ansässige Software missbraucht wird, die in diesem Bereich eingesetzt wird. Bei einer anderen Kampagne in Israel wurden Hinweise auf mögliche Überschneidungen bei der Nutzung von Tools zwischen den Gruppen MuddyWater und APT35 gefunden. Eset Research entdeckte außerdem eine neue Version von Android-Malware in einer von der APT-C-50-Gruppe durchgeführten Kampagne. Sie wurde von einem Nachahmer einer iranischen Website verbreitet und verfügte über begrenzte Spionagefunktionen.

Über den Eset APT Activity Report

Ergänzend zum Eset Threat Report veröffentlicht Eset Research den Eset APT Activity Report, der einen regelmäßigen Überblick über Esets Erkenntnisse zu den Aktivitäten von Advanced Persistent Threats (APT) geben soll. Die erste Ausgabe umfasst den Zeitraum Mai bis August 2022. Es ist geplant, dass der Report ab sofort flankierend zum Eset Threat Report erscheint.

(Eset: ra)

eingetragen: 06.01.23
Newsletterlauf: 03.03.23

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Meldungen: Hintergrund

Vermutliche Absicht: Installation von Ransomware

In einer neuen Analyse warnt Bitdefender vor einer Serie von ProxyNotShell/OWASSRF-Attacken, die sich gegen On-Premise Microsoft-Exchange-Installationen richten. Die seit Ende November 2022 vor allem in den USA beobachteten Angriffe dienten unterschiedlichen Zwecken. Server-Side Request Forgery (SSRF)-Attacken ermöglichen opportunistische Attacken über einen verwundbaren Server auf einen anderen Server und können zum Beispiel zur vollkommenen Übernahme eines Microsoft-Exchange-Servers führen.

Einnahmen für das nordkoreanische Regime

Die Cyberkriminellen-Gruppe TA444 ist zu einem wichtigen Devisenlieferanten für das nordkoreanische Regime geworden. TA444, die mit dem nordkoreanischen Regime in Verbindung gebracht wird, hat seine Opfer allein im letzten Jahr um 1 Milliarde US-Dollar in Kryptowährungen erleichtert. Das haben Cybersecurity-Forscher von Proofpoint errechnet.

FBI vermutet Lazarus hinter Harmony-Hack

Nach mehreren Berichten unter anderem bei Bleeping Computer machte das FBI bekannt, dass hinter dem Cyberangriff auf die Krypto-Bridge Horizon des Unternehmens Harmony im Juni 2022 die Gruppe APT38 steckt. Damals wurden Alt-Coins im Wert von 100 Millionen US-Dollar entwendet.

Cyber-Attacken gegen Behörden

Check Point Software Technologies berichtet über Attacken gegen die Regierung der Föderation St. Kitts und Nevis. Die Forscher der Check-Point-Tochter Avanan haben die Angriffe auf den karibischen Inselstaat untersucht und ordnen diesen in den Kontext der zunehmenden Zahl von Cyber-Attacken gegen Behörden weltweit ein.

Besitz von Facebook-Passwörtern

Zimperium, Sicherheitsexpertin für Echtzeitschutz auf Mobilgeräten, hat Informationen über eine neu entdeckte Android-Kampagne veröffentlicht, die bereits seit 2018 die Facebook-Anmeldedaten von kompromittierten Nutzern raubt. Das Zimperium zLabs Threat Research Team hat vor kurzem den Android-Trojaner "Schoolyard Bully" aufgespürt, der in zahlreichen Bildungsanwendungen anzutreffen ist und bisher von mehr als 300.000 betroffenen Nutzern heruntergeladen wurde.

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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

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KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

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DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

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