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NicheStack: 14 Schwachstellen gefunden und offengelegt

Der NichStack ist ein gemeinsamer TCP/IP-Stack, der von Millionen von SPS und Steuerungen in Fertigungsanlagen, bei der Stromerzeugung, -übertragung und -verteilung, bei der Wasseraufbereitung und in anderen kritischen Infrastrukturbereichen verwendet wird

Zu den allgemein empfohlenen Abhilfemaßnahmen für INFRA:HALT gehören die Begrenzung der Netzwerkexposition kritischer, anfälliger Geräte durch Netzwerksegmentierung und das Patchen von Geräten, sobald die Hersteller Patches veröffentlichen



JFrog Security Research (ehemals Vdoo) und Forescout Research Labs haben im NicheStack insgesamt 14 Schwachstellen gefunden und offengelegt. Der NichStack ist ein gemeinsamer TCP/IP-Stack, der von Millionen von SPS und Steuerungen in Fertigungsanlagen, bei der Stromerzeugung, -übertragung und -verteilung, bei der Wasseraufbereitung und in anderen kritischen Infrastrukturbereichen verwendet wird. Unter dem Namen INFRA:HALT sind diese Schwachstellen in einem gemeinsamen Forschungsbericht, der veröffentlicht wurde, detailliert beschrieben.

Einige Details aus dem Report:

In der vierten Studie des Project Memoria - INFRA:HALT - legen JFrog Security Research und Forescout Research Labs gemeinsam ein Set von 14 neuen Schwachstellen offen, die den NicheStack TCP/IP-Stack (auch bekannt unter dem Namen InterNiche-Stack) betreffen.

NicheStack wird von vielen Geräten im Bereich der betrieblichen Technik (OT) und kritischen Infrastrukturen verwendet, z. B. in der populären Siemens PLC-Reihe S7. Andere große Anbieter von OT-Geräten wie Emerson, Honeywell, Mitsubishi Electric, Rockwell Automation und Schneider Electric werden als Kunden von InterNiche, also den ursprünglichen Entwicklern des Stacks, genannt. Aufgrund der großen Popularität in der OT ist die Fertigungsbranche die am stärksten betroffene Branche.

Die neuen Schwachstellen ermöglichen Remote Code Execution, Denial of Service, Information Leak, TCP-Spoofing oder DNS Cache Poisoning.

JFrog Security Research und Forescout Research Labs und haben zwei der Remote Code Execution Schwachstellen in ihrem Labor ausgenutzt und zeigen die möglichen Auswirkungen eines erfolgreichen Angriffs.

Zu den allgemein empfohlenen Abhilfemaßnahmen für INFRA:HALT gehören die Begrenzung der Netzwerkexposition kritischer, anfälliger Geräte durch Netzwerksegmentierung und das Patchen von Geräten, sobald die Hersteller Patches veröffentlichen. Einige der Schwachstellen können auch durch das Blockieren oder Deaktivieren der Unterstützung für nicht verwendete Protokolle, wie z. B. HTTP, entschärft werden.

Viele der Schwachstellen wurden durch den Einsatz modernster automatisierter Binäranalysen gefunden, was den Weg für eine zukünftige groß angelegte Suche nach Schwachstellen und deren Behebung ebnet.

INFRA:HALT bestätigt frühere Erkenntnisse des Project Memoria, nämlich dass ähnliche Schwachstellen in verschiedenen Implementierungen, sowohl Open als auch Closed Source, auftreten. Tatsächlich enthält INFRA:HALT Beispiele für Speicherbeschädigung wie in AMNESIA:33, schwache ISN-Generierung wie in NUMMER:JACK und DNS-Schwachstellen wie in NAME:WRECK.

INFRA:HALT erweitert das Verständnis der Community für Schwachstellenmuster und Probleme im Zusammenhang mit IoT/OT-Softwarelieferketten. Der vorliegende Bericht diskutiert die gewonnenen Erkenntnisse und gibt Anregungen, was die Community tun kann, um aufkommende Bedrohungen zu entschärfen.

(JFrog: ra)

eingetragen: 22.09.21
Newsletterlauf: 22.11.21

JFrog Security Research: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.

Meldungen: Sicherheitslecks

Zero-Day-Lücke wurde bereits für Angriffe genutzt

Der Druckspooler-Dienst von Windows ist aufgrund einer ungepatchten Sicherheitslücke bei vielen Geräten aktuell ein Angriffspunkt für einen öffentlich gewordenen Exploit-Code. Dabei kann dieser Schadcode aufgrund der Sicherheitslücke in der Druckwarteschlange in das System eindringen. Auf diesem Weg ist es böswilligen Akteuren möglich, remote Windows-Versionen zu kompromittieren und auf ihnen Code mit Systemrechten auszuführen. Öffentlich gemacht wurde der Exploit-Code durch ein chinesisches Team an Sicherheitsforschern. Dieses nahm an, es handele sich bei der Sicherheitslücke um die bereits im Juni gepatchte Sicherheitslücke CVE-2021-1675. Doch Microsoft machte mittlerweile in einer Warnung öffentlich, es handele sich aktuell um die neue Sicherheitslücke CVE-2021-34527, für die derzeitig noch kein konkretes Datum für einen Patch in Aussicht gestellt wird. Es kann sein, dass dieser Patch Teil des nächsten Patchdays von Microsoft im Juli 2021 wird.

Schwachstellen durch Fuzzing von MSGraph

Check Point Research (CPR) entdeckte die Schwachstellen durch Fuzzing von MSGraph, einer Komponente, die in Microsoft-Office-Produkte eingebettet werden kann, um Graphen und Diagramme anzuzeigen. Fuzzing ist eine automatisierte Software-Testtechnik, die versucht, Software-Bugs zu finden, indem sie zufällig ungültige und unerwartete Dateneingaben in ein Programm einspeist, um Fehler im Code und Sicherheitslücken aufzustöbern. Mit Hilfe dieser Technik entdeckte CPR verwundbare Funktionen innerhalb von MSGraph. Ähnliche Code-Prüfungen bestätigten, dass die anfällige Funktion häufig in verschiedenen Microsoft-Office-Produkten, wie Excel, Office Online Server und Excel für OSX verwendet wird. Die Schwachstellen sind das Ergebnis von Parsing-Fehlern in veraltetem Code, was CPR zu der Annahme veranlasst, dass die Sicherheitslücken bereits seit Jahren bestehen. Das gefährliche: Die gefundenen Schwachstellen können in die meisten Office-Dokumente eingebettet werden. Es sind daher mehrere Angriffswege denkbar.

Native Code in geschützten Speicherbereichen ausführen

Das Claroty Research Team hat eine schwerwiegende Sicherheitslücke (CVE-2020-15782) zur Umgehung des Speicherschutzes speicherprogrammierbare Steuerung (SPS) von Siemens (SIMATIC S7-1200 und S7-1500) identifiziert und gemeldet. Angreifer könnten diese Schwachstelle auf Steuerungen mit deaktiviertem Zugriffsschutz missbrauchen, um Lese- und Schreibzugriff zu erlangen und aus der Ferne bösartigen Code auszuführen. Siemens hat bereits die Firmware der betreffenden Geräte aktualisiert und entsprechende Hinweise für seine Kunden veröffentlicht. Den Nutzern wird dringend geraten, ihre Systeme entsprechend zu aktualisieren. Bislang gibt es keine Hinweise darauf, dass die Sicherheitslücke bereits ausgenutzt wurde. Die Ausführung von nativem Code auf einem industriellen Steuerungssystem wie einer speicherprogrammierbaren Steuerung (SPS) ist ein Ziel, das nur relativ wenige hochqualifizierte Angreifer bislang erreicht haben. Die komplexen Systeme verfügen über zahlreiche In-Memory-Schutzmechanismen, die überwunden werden müssten, damit ein Angreifer nicht nur den Code ausführen kann, sondern auch unentdeckt bleibt.

Sicherheitsproblem kaum automatisch zu erkennen

Hackerone, Sicherheitsplattform für ethisch motivierte Hacker – die sogenannten White Hat Hacker –, warnt in seinem jüngst veröffentlichten Blogbeitrag vor der wachsenden Bedrohung vieler Unternehmen des Einzelhandels und des E-Commerce durch sogenannte Insecure Direct Object References (oder IDOR). Dabei handelt es sich um einen einfachen Fehler, der jedoch immer wieder zu finden ist und großes Bedrohungspotenzial aufweist. Wird diese Lücke ausgenutzt, können Angreifer Zugang zu sensiblen Daten oder Passwörtern erhalten und diese Informationen manipulieren. Auf Hackerone werden jeden Monat über 200 dieser Schwachstellen gefunden und sicher an Kunden gemeldet.

Gruppierung HAFNIUM nutzt MS Exchange-Lücken aktiv

Microsoft hat Notfall-Patches für insgesamt vier bisher ungepatchte Sicherheitslücken in Microsoft Exchange veröffentlicht. Die Lücken werden derzeit von staatlichen Akteuren aktiv ausgenutzt. Vier Zero-Day-Sicherheitslücken in lokal installierten Versionen von Microsoft Exchange ermöglichen sowohl eine Authentisierung ohne Nutzerdaten, das Schreiben und Ausführen von beliebigem Code als auch die Ausleitung von Unternehmensdaten. Angreifer könnten sogar ganze Offline-Adressbücher und Mailboxen exfiltrieren. Daher rät Microsoft, die bereitgestellten Updates unverzüglich zu installieren. Alle vier Zero-Day-Lücken haben eine CVE zugewiesen bekommen (CVE-2021-26855,CVE-2021-26857, CVE-2021-26858 und CVE-2021-27065). Betroffen sind lokale Installationen von Microsoft Exchange. Die Online-Versionen von Exchange sind von den Lücken nach derzeitigen Erkenntnissen nicht betroffen.

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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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