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Embedded Software Engineering Kongress 2022 - Sindelfingen | 05.–09.12.2022
Der ESE Kongress ist Deutschlands Leitkongress der Embedded-Softwarebranche


Emotet-Gefahr ist noch lange nicht gebannt

Verschlüsselte Malware und Office-Schwachstellen bereiten Grund zur Sorge

Aktueller Internet Security Report von WatchGuard belegt zudem das Emotet-Comeback und zunehmende Angriffe auf SCADA-Systeme



Die jüngsten Ergebnisse des Internet Security Reports von WatchGuard Technologies zu den wichtigsten Malware-Trends und Netzwerkgefahren liegen vor: Danach zeigt sich für das zweite Quartal 2022 im Vergleich zu den Spitzenwerten der ersten Hälfte des Vorjahres im Hinblick auf Malware insgesamt ein Rückgang. Allerdings haben Google Chrome- und Microsoft Office-basierte Bedrohungen klaren Auftrieb. Und auch hinsichtlich des Gefahrenpotenzials von Emotet gibt es auf Basis der Datenlage kaum Zweifel.

Vor allem den Trend bei verschlüsselter Malware bezeichnet Corey Nachreiner, Chief Security Officer von WatchGuard, als besorgniserregend: "Über 81 Prozent der identifizierten Malware-Entdeckungen lassen sich auf Verbindungen mit TLS-Verschlüsselung zurückführen. Dies deutet darauf hin, dass Hacker ihre Taktik ändern und verstärkt auf schwer fassbare Malware setzen. Qualität tritt anstelle von Quantität." Die zugrunde liegenden Daten aus Deutschland warten in dem Zusammenhang mit einigen Spezifika auf.

Wichtige Erkenntnisse aus dem Internet Security Report für das zweite Quartal 2022 im Überblick:

Office-Exploits werden stärker als jede andere Form von Malware ausgespielt – Der bedeutsamste Vorfall im 2. Quartal 2022 war der Follina Office Exploit (CVE-2022-30190), der erstmals im April gemeldet und erst Ende Mai gepatcht wurde. Übertragen durch ein bösartiges Dokument, konnte Follina Windows Protected View und Windows Defender umgehen und wurde aktiv von unterschiedlichsten Bedrohungsakteuren – darunter nationalstaatliche Kreise – ausgenutzt. In Deutschland und Griechenland erschienen darüber hinaus drei weitere Office-Exploits (CVE-2018-0802, RTF-ObfsObjDat.Gen und CVE-2017-11882) auf breiter Bildfläche.

>> Malware am Endpunkt in Summe rückläufig, jedoch bei ungleicher Verteilung – Insgesamt betrug der Rückgang Endpunkt-gerichteter Malware 20 Prozent, bei gleichzeitigem Zuwachs von Malware, die auf Schwächen in Browsern abzielt. Hier lag der Anstieg bei durchschnittlich 23 Prozent, allein für Chrome bei 50 Prozent. Grund hierfür könnte das Fortbestehen verschiedener Zero-Day-Exploits sein. Kompromittierte Skripte machten dabei mit 87 Prozent den Löwenanteil der entsprechenden Erkennungen am Endpunkt im 2. Quartal 2022 aus.

>> 75 Prozent der aufgedeckten Netzwerkangriffe stehen mit nur zehn Signaturen in Verbindung – Im 2. Quartal dieses Jahres wurden vermehrt ICS- und SCADA-Systeme ins Visier genommen, die industrielle Anlagen und Prozesse steuern. Auffällig waren in dem Zusammenhang auch zwei neue Signaturen (WEB Directory Traversal -7 und WEB Directory Traversal -8), die klare Ähnlichkeit aufweisen. Erstere nutzt eine Schwachstelle aus, die erstmals 2012 in einer spezifischen SCADA-Schnittstellensoftware entdeckt wurde. Das Besondere an der zweiten: Sie trat am häufigsten in Deutschland auf.

>> Die Emotet-Gefahr ist noch lange nicht gebannt – Obwohl das Gesamtvolumen seit dem letzten Quartal zurückgegangen ist, bleibt Emotet eine der größten Bedrohungen für die Netzwerksicherheit. XLM.Trojan.abracadabra – ein Win-Code-Injektor, der das Emotet-Botnet verbreitet – findet sich in den Top 10 aller Bedrohungen und in den Top 5 der verschlüsselten Malware wieder. Am häufigsten wurde er in Japan beobachtet.

All diese Erkenntnisse des vierteljährlichen Forschungsberichts von WatchGuard basieren auf anonymisierten Firebox-Feed-Daten von aktiven WatchGuard Fireboxen, deren Besitzer der Weitergabe von Daten zur Unterstützung der Forschungsarbeit des Threat Lab zugestimmt haben. Im zweiten Quartal 2022 blockierte WatchGuard insgesamt mehr als 18,1 Millionen Malware-Varianten (234 pro Gerät) und rund 4,2 Millionen Netzwerkbedrohungen (55 pro Gerät). Der vollständige Bericht enthält, neben den vielfältigen Einblicken in die Malware- und Netzwerktrends aus dem zweiten Quartal 2022, adäquate Hinweise zu empfohlenen Sicherheitsstrategien sowie wichtige Abwehrtipps für Unternehmen aller Größen und Branchen. (WatchGuard Technologies: ra)

eingetragen: 21.10.22
Newsletterlauf: 31.01.23

WatchGuard Technologies: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.

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Meldungen: Statistiken

Rapider Anstieg: Ransomware bei Cyberattacken

In den zurückliegenden Jahren hat der Anteil an Ransomware bei Cyberattacken rapide zugenommen. Allein im Jahr 2021 hat sie weltweit Schäden von über 20 Milliarden US-Dollar verursacht. Dabei sind in der jüngsten Zeit auch und vor allem Regierungsorganisationen, Institutionen des Gesundheitswesens sowie kritische Infrastruktur ins Visier der Angreifer geraten.

Schädliche Skripte, Phishing-Seiten und Spyware

In der ersten Jahreshälfte 2022 wurden auf 12 Prozent der OT (Operational Technology)-Computer in Deutschland schädliche Objekte blockiert, wie aktuelle Analysen des Kaspersky ICS CERT zeigen. Weltweit waren es 32 Prozent. Am häufigsten fielen Industrieunternehmen schädlichen Skripten und Phishing-Seiten (JS und HTML) zum Opfer. Dabei ist vor allem die Infrastruktur zur Gebäudeautomation von diesen Bedrohungen konfrontiert.

Ransomware bleibt größte Bedrohung

Trend Micro, Anbieterin von Cybersicherheitslösungen, veröffentlichte ihren Sicherheitslagebericht zur Jahresmitte. Laut diesem blockierte das Unternehmen im ersten Halbjahr 2022 insgesamt 63 Milliarden Cyberbedrohungen. Besonders auffällig ist dabei eine Zunahme von Ransomware-Angriffen auf Linux- und Embedded-Systeme im zweistelligen Prozentbereich. Basierend auf diesen Erkenntnissen erwarten die Sicherheitsexperten, dass Attacken auf diese Systeme in den kommenden Jahren noch weiter zunehmen werden.

Zerstörerische Bedrohungstrends entwickeln sich ständig weiter

Fortinet hat den neuesten halbjährlichen FortiGuard Labs Global Threat Landscape Report veröffentlicht. Die Bedrohung durch Ransomware verändert sich stetig weiter – Ransomware as a Service (RaaS) schafft eine immer größere Bandbreite an Varianten. Cyberangreifer zielen nach wie vor auf Work-from-Anywhere (WFA)-Endpunkte ab, um sich Zugang zu Unternehmensnetzwerken zu verschaffen.

Cyberangriffe und Ukraine-Russland-Konflikt

Check Point Research (CPR), die Abteilung für Sicherheitsforschung von Check Point Software Technologies, veröffentlicht Zahlen zu Cyberangriffen im Zusammenhang mit dem aktuellen Ukraine-Russland-Konflikt. In den vergangenen sechs Monaten (21.2.22 - 1.8.22) dokumentierte CPR: Mehr als 1.500 wöchentliche Cyberangriffe auf jedes Unternehmensnetzwerk in der Ukraine, was höher ist als der weltweite Durchschnitt (1124 wöchentliche Cyberangriffe) und höher als in Russland (1434 wöchentliche Cyberangriffe).

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Fachartikel

Grundlagen

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Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

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Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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