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Embedded Software Engineering Kongress 2022 - Sindelfingen | 05.–09.12.2022
Der ESE Kongress ist Deutschlands Leitkongress der Embedded-Softwarebranche


Geopolitische Unruhen führen zu vermehrten DDoS-Angriffen

Netscout Threat Intelligence Report: Angreifer setzen Cyberattacken mit größerer Präzision und innovativen Angriffsmethoden fort

TCP-basierte, DNS-Water-Torture- und Carpet-Bombing-Angriffe dominieren die DDoS-Bedrohungslandschaft - Irland, Indien, Taiwan und Finnland durch DDoS-Angriffe geschädigt infolge des Angriffskrieges auf die Ukraine



Netscout Systems gab die Ergebnisse ihres Threat Intelligence Reports für das erste Halbjahr 2022 bekannt. Die Ergebnisse zeigen, wie raffiniert und erfolgreich Cyberkriminelle bei der Umgehung von Abwehrmaßnahmen mit neuen DDoS-Angriffsvektoren und weiteren Methoden geworden sind.

Das Active Level Threat Analysis System (ATLAS) von Netscout sammelt DDoS-Angriffsstatistiken von den meisten ISPs, großen Rechenzentren sowie Regierungs- und Unternehmensnetzwerken weltweit. Diese Daten geben Aufschluss über Angriffe, die in über 190 Ländern, 550 Branchen und 50.000 autonomen Systemnummern (ASNs) stattfinden. Das ATLAS Security Engineering and Response Team (ASERT) von Netscout analysiert und kuratiert diese Daten, um in seinem halbjährlichen Bericht einzigartige Einblicke zu geben.

Zu den wichtigsten Ergebnissen des Netscout DDoS Threat Intelligence Report 1H2022 gehören:

>> Im ersten Halbjahr 2022 gab es weltweit 6.019.888 DDoS-Angriffe.

>> TCP-basierte Flood-Angriffe (SYN, ACK, RST) sind nach wie vor der am häufigsten genutzte Angriffsvektor, wobei etwa 46 Prozent aller Angriffe einen Trend fortsetzen, der Anfang 2021 begann.

>> DNS-Water-Torture-Angriffe beschleunigten sich im Jahr 2022 mit einem Anstieg von 46 Prozent, wobei hauptsächlich UDP-Query-Floods verwendet wurden, während Carpet-Bombing-Angriffe gegen Ende des zweiten Quartals ein großes Comeback erlebten; insgesamt gingen DNS-Amplifikationsangriffe von 2H2021 bis 1H2022 um 31 Prozent zurück.

>> Der neue DDoS-Vektor TP240 PhoneHome Reflection/Amplifications wurde Anfang 2022 mit einem rekordverdächtigen Amplifikationsverhältnis von 4.293.967.296:1 entdeckt; durch rasche Maßnahmen wurde die missbräuchliche Nutzung dieses Dienstes beseitigt.

>> Die Verbreitung von Malware-Botnets nahm mit alarmierender Geschwindigkeit zu: von 21.226 Knoten im ersten Quartal auf 488.381 Knoten im zweiten Quartal, was zu mehr Angriffen auf direkter Anwendungsebene führte.

Geopolitische Unruhen führen zu vermehrten DDoS-Angriffen

Wie bereits dokumentiert, kam es mit dem Einmarsch russischer Bodentruppen Ende Februar in die Ukraine zu einem deutlichen Anstieg von DDoS-Angriffen auf Regierungsstellen, Online-Medienorganisationen, Finanzunternehmen, Hosting-Provider und Firmen, die mit Kryptowährungen zu tun haben.

Dies hatte dramatische Auswirkungen auf DDoS-Angriffe in anderen Ländern:

>> Irland erlebte einen Anstieg der Angriffe, nachdem es Dienste für ukrainische Organisationen bereitgestellt hatte.

>> Indien verzeichnete einen messbaren Anstieg von DDoS-Angriffen, nachdem es sich bei den Abstimmungen im UN-Sicherheitsrat und in der Generalversammlung zur Verurteilung des russischen Vorgehens in der Ukraine enthalten hatte.

>> Am selben Tag verzeichnete Taiwan die höchste Anzahl von DDoS-Angriffen, nachdem es öffentliche Erklärungen zur Unterstützung der Ukraine abgegeben hatte, ebenso wie Belize.

>> Finnland verzeichnete einen Anstieg der DDoS-Angriffe um 258 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, zeitgleich mit der Ankündigung des Landes, die NATO-Mitgliedschaft zu beantragen.

>> Polen, Rumänien, Litauen und Norwegen waren Ziel von DDoS-Angriffen im Zusammenhang mit Killnet - einer Gruppe von Online-Angreifern, die mit Russland verbündet ist.

>> Während die Häufigkeit und der Schweregrad von DDoS-Angriffen in Nordamerika relativ konstant blieben, erlebten Anbieter von Satellitentelekommunikation einen Anstieg von sehr wirkungsvollen DDoS-Angriffen, insbesondere nachdem sie die Kommunikationsinfrastruktur der Ukraine unterstützt hatten.

>> In Russland hat sich die Zahl der täglichen DDoS-Angriffe seit Beginn des Konflikts mit der Ukraine fast verdreifacht und hielt bis zum Ende des Berichtszeitraums an.

Als die Spannungen zwischen Taiwan, China und Hongkong im ersten Halbjahr 2022 eskalierten, traten DDoS-Angriffe gegen Taiwan regelmäßig in Verbindung mit entsprechenden öffentlichen Veranstaltungen auf.

Kuratierte Echtzeitdaten auf einen Blick

Netscout veröffentlicht nicht nur den DDoS Threat Intelligence Report, sondern stellt auch seine sorgfältig kuratierten Echtzeitdaten zu DDoS-Angriffen auf seinem Omnis Threat Horizon Portal zur Verfügung, um Kunden einen Einblick in die globale Bedrohungslandschaft zu geben und die Auswirkungen auf ihre Unternehmen zu verstehen. Diese Daten fließen auch in den ATLAS Intelligence Feed (AIF) von Netscout ein, der das Omnis- und Arbor-Sicherheitsportfolio von Netscout kontinuierlich aktualisiert. Zusammen mit AIF erkennen und blockieren die Omnis- und Arbor-Produkte automatisch Bedrohungsaktivitäten für Unternehmen und Service Provider weltweit.

Auf der interaktiven Omnis Threat Horizon Website stehen weitere Informationen über den halbjährlichen Netscout DDoS Threat Intelligence Report zur Verfügung. Über Facebook, LinkedIn und Twitter werden regelmäßig aktuelle Informationen zu Bedrohungen sowie die neuesten Trends und Erkenntnisse geteilt. (Netscout Systems: ra)

eingetragen: 21.10.22
Newsletterlauf: 26.01.23

Netscout Systems: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.

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Meldungen: Statistiken

Rapider Anstieg: Ransomware bei Cyberattacken

In den zurückliegenden Jahren hat der Anteil an Ransomware bei Cyberattacken rapide zugenommen. Allein im Jahr 2021 hat sie weltweit Schäden von über 20 Milliarden US-Dollar verursacht. Dabei sind in der jüngsten Zeit auch und vor allem Regierungsorganisationen, Institutionen des Gesundheitswesens sowie kritische Infrastruktur ins Visier der Angreifer geraten.

Schädliche Skripte, Phishing-Seiten und Spyware

In der ersten Jahreshälfte 2022 wurden auf 12 Prozent der OT (Operational Technology)-Computer in Deutschland schädliche Objekte blockiert, wie aktuelle Analysen des Kaspersky ICS CERT zeigen. Weltweit waren es 32 Prozent. Am häufigsten fielen Industrieunternehmen schädlichen Skripten und Phishing-Seiten (JS und HTML) zum Opfer. Dabei ist vor allem die Infrastruktur zur Gebäudeautomation von diesen Bedrohungen konfrontiert.

Ransomware bleibt größte Bedrohung

Trend Micro, Anbieterin von Cybersicherheitslösungen, veröffentlichte ihren Sicherheitslagebericht zur Jahresmitte. Laut diesem blockierte das Unternehmen im ersten Halbjahr 2022 insgesamt 63 Milliarden Cyberbedrohungen. Besonders auffällig ist dabei eine Zunahme von Ransomware-Angriffen auf Linux- und Embedded-Systeme im zweistelligen Prozentbereich. Basierend auf diesen Erkenntnissen erwarten die Sicherheitsexperten, dass Attacken auf diese Systeme in den kommenden Jahren noch weiter zunehmen werden.

Zerstörerische Bedrohungstrends entwickeln sich ständig weiter

Fortinet hat den neuesten halbjährlichen FortiGuard Labs Global Threat Landscape Report veröffentlicht. Die Bedrohung durch Ransomware verändert sich stetig weiter – Ransomware as a Service (RaaS) schafft eine immer größere Bandbreite an Varianten. Cyberangreifer zielen nach wie vor auf Work-from-Anywhere (WFA)-Endpunkte ab, um sich Zugang zu Unternehmensnetzwerken zu verschaffen.

Cyberangriffe und Ukraine-Russland-Konflikt

Check Point Research (CPR), die Abteilung für Sicherheitsforschung von Check Point Software Technologies, veröffentlicht Zahlen zu Cyberangriffen im Zusammenhang mit dem aktuellen Ukraine-Russland-Konflikt. In den vergangenen sechs Monaten (21.2.22 - 1.8.22) dokumentierte CPR: Mehr als 1.500 wöchentliche Cyberangriffe auf jedes Unternehmensnetzwerk in der Ukraine, was höher ist als der weltweite Durchschnitt (1124 wöchentliche Cyberangriffe) und höher als in Russland (1434 wöchentliche Cyberangriffe).

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Fachartikel

Grundlagen

Big Data bringt neue Herausforderungen mit sich

Die Digitale Transformation zwingt Unternehmen sich mit Big Data auseinanderzusetzen. Diese oft neue Aufgabe stellt viele IT-Teams hinsichtlich Datenverwaltung, -schutz und -verarbeitung vor große Herausforderungen. Die Nutzung eines Data Vaults mit automatisiertem Datenmanagement kann Unternehmen helfen, diese Herausforderungen auch mit kleinen IT-Teams zu bewältigen. Big Data war bisher eine Teildisziplin der IT, mit der sich tendenziell eher nur Großunternehmen beschäftigen mussten. Für kleinere Unternehmen war die Datenverwaltung trotz wachsender Datenmenge meist noch überschaubar. Doch die Digitale Transformation macht auch vor Unternehmen nicht halt, die das komplizierte Feld Big Data bisher anderen überlassen haben. IoT-Anwendungen lassen die Datenmengen schnell exponentiell anschwellen. Und während IT-Teams die Herausforderung der Speicherung großer Datenmengen meist noch irgendwie in den Griff bekommen, hakt es vielerorts, wenn es darum geht, aus all den Daten Wert zu schöpfen. Auch das Know-how für die Anforderungen neuer Gesetzgebung, wie der DSGVO, ist bei kleineren Unternehmen oft nicht auf dem neuesten Stand. Was viele IT-Teams zu Beginn ihrer Reise in die Welt von Big Data unterschätzen, ist zum einen die schiere Größe und zum anderen die Komplexität der Datensätze. Auch der benötigte Aufwand, um berechtigten Zugriff auf Daten sicherzustellen, wird oft unterschätzt.

Bösartige E-Mail- und Social-Engineering-Angriffe

Ineffiziente Reaktionen auf E-Mail-Angriffe sorgen bei Unternehmen jedes Jahr für Milliardenverluste. Für viele Unternehmen ist das Auffinden, Identifizieren und Entfernen von E-Mail-Bedrohungen ein langsamer, manueller und ressourcenaufwendiger Prozess. Infolgedessen haben Angriffe oft Zeit, sich im Unternehmen zu verbreiten und weitere Schäden zu verursachen. Laut Verizon dauert es bei den meisten Phishing-Kampagnen nur 16 Minuten, bis jemand auf einen bösartigen Link klickt. Bei einer manuellen Reaktion auf einen Vorfall benötigen Unternehmen jedoch circa dreieinhalb Stunden, bis sie reagieren. In vielen Fällen hat sich zu diesem Zeitpunkt der Angriff bereits weiter ausgebreitet, was zusätzliche Untersuchungen und Gegenmaßnahmen erfordert.

Zertifikat ist allerdings nicht gleich Zertifikat

Für Hunderte von Jahren war die Originalunterschrift so etwas wie der De-facto-Standard um unterschiedlichste Vertragsdokumente und Vereinbarungen aller Art rechtskräftig zu unterzeichnen. Vor inzwischen mehr als einem Jahrzehnt verlagerten sich immer mehr Geschäftstätigkeiten und mit ihnen die zugehörigen Prozesse ins Internet. Es hat zwar eine Weile gedauert, aber mit dem Zeitalter der digitalen Transformation beginnen handgeschriebene Unterschriften auf papierbasierten Dokumenten zunehmend zu verschwinden und digitale Signaturen werden weltweit mehr und mehr akzeptiert.

Datensicherheit und -kontrolle mit CASBs

Egal ob Start-up oder Konzern: Collaboration Tools sind auch in deutschen Unternehmen überaus beliebt. Sie lassen sich besonders leicht in individuelle Workflows integrieren und sind auf verschiedenen Endgeräten nutzbar. Zu den weltweit meistgenutzten Collaboration Tools gehört derzeit Slack. Die Cloudanwendung stellt allerdings eine Herausforderung für die Datensicherheit dar, die nur mit speziellen Cloud Security-Lösungen zuverlässig bewältigt werden kann. In wenigen Jahren hat sich Slack von einer relativ unbekannten Cloud-Anwendung zu einer der beliebtesten Team Collaboration-Lösungen der Welt entwickelt. Ihr Siegeszug in den meisten Unternehmen beginnt häufig mit einem Dasein als Schatten-Anwendung, die zunächst nur von einzelnen unternehmensinternen Arbeitsgruppen genutzt wird. Von dort aus entwickelt sie sich in der Regel schnell zum beliebtesten Collaboration-Tool in der gesamten Organisation.

KI: Neue Spielregeln für IT-Sicherheit

Gerade in jüngster Zeit haben automatisierte Phishing-Angriffe relativ plötzlich stark zugenommen. Dank künstlicher Intelligenz (KI), maschinellem Lernen und Big Data sind die Inhalte deutlich überzeugender und die Angriffsmethodik überaus präzise. Mit traditionellen Phishing-Angriffen haben die Attacken nicht mehr viel gemein. Während IT-Verantwortliche KI einsetzen, um Sicherheit auf die nächste Stufe zu bringen, darf man sich getrost fragen, was passiert, wenn diese Technologie in die falschen Hände, die der Bad Guys, gerät? Die Weiterentwicklung des Internets und die Fortschritte beim Computing haben uns in die Lage versetzt auch für komplexe Probleme exakte Lösungen zu finden. Von der Astrophysik über biologische Systeme bis hin zu Automatisierung und Präzision. Allerdings sind alle diese Systeme inhärent anfällig für Cyber-Bedrohungen. Gerade in unserer schnelllebigen Welt, in der Innovationen im kommen und gehen muss Cybersicherheit weiterhin im Vordergrund stehen. Insbesondere was die durch das Internet der Dinge (IoT) erzeugte Datenflut anbelangt. Beim Identifizieren von Malware hat man sich in hohem Maße darauf verlassen, bestimmte Dateisignaturen zu erkennen. Oder auf regelbasierte Systeme die Netzwerkanomalitäten aufdecken.

DDoS-Angriffe nehmen weiter Fahrt auf

DDoS-Attacken nehmen in Anzahl und Dauer deutlich zu, sie werden komplexer und raffinierter. Darauf machen die IT-Sicherheitsexperten der PSW Group unter Berufung auf den Lagebericht zur IT-Sicherheit 2018 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufmerksam. Demnach gehörten DDoS-Attacken 2017 und 2018 zu den häufigsten beobachteten Sicherheitsvorfällen. Im dritten Quartal 2018 hat sich das durchschnittliche DDoS-Angriffsvolumen im Vergleich zum ersten Quartal mehr als verdoppelt. Durchschnittlich 175 Angriffen pro Tag wurden zwischen Juli und September 2018 gestartet. Die Opfer waren vor allem Service-Provider in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz: 87 Prozent aller Provider wurden 2018 angegriffen. Und bereits für das 1. Quartal dieses Jahres registrierte Link11 schon 11.177 DDoS-Angriffe.

Fluch und Segen des Darkwebs

Strengere Gesetzesnormen für Betreiber von Internet-Plattformen, die Straftaten ermöglichen und zugangsbeschränkt sind - das forderte das BMI in einem in Q1 2019 eingebrachten Gesetzesantrag. Was zunächst durchweg positiv klingt, wird vor allem von Seiten der Bundesdatenschützer scharf kritisiert. Denn hinter dieser Forderung verbirgt sich mehr als nur das Verbot von Webseiten, die ein Tummelplatz für illegale Aktivitäten sind. Auch Darkweb-Plattformen, die lediglich unzugänglichen und anonymen Speicherplatz zur Verfügung stellen, unterlägen der Verordnung. Da diese nicht nur von kriminellen Akteuren genutzt werden, sehen Kritiker in dem Gesetzesentwurf einen starken Eingriff in die bürgerlichen Rechte. Aber welche Rolle spielt das Darkweb grundsätzlich? Und wie wird sich das "verborgene Netz" in Zukunft weiterentwickeln? Sivan Nir, Threat Analysis Team Leader bei Skybox Security, äußert sich zu den zwei Gesichtern des Darkwebs und seiner Zukunft.

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