- Anzeigen -


Sie sind hier: Home » Markt » Hintergrund

Das vernetzte Auto: Chancen und Risiken


Selbstfahrende Autos: Viele, wenn nicht sämtliche Fortschritte in der Automobilindustrie basieren auf dem Internet der Dinge (IoT) mit seinen vernetzten Komponenten
Schwachstellen lassen sich besser unter Kontrolle bringen, wenn man Sicherheitsrisiken ständig überwacht und zeitnah behebt

- Anzeigen -





Blogpost von GlobalSign

Menschen lieben ihre Autos, gerade die Deutschen. Ist es an der Zeit den langjährigen Gefährten gegen "einen Neuen" einzutauschen, kann der Abschied schwer fallen. Inzwischen erleichtern eine Vielzahl cooler Gadgets und Ausstattungs-Features von der beheizten Armlehne bis hin zu Instant Messaging und Augmented Reality das Umsteigen. Selbstfahrende Autos sind der nächste Schritt innerhalb dieser Entwicklung. Obwohl man sich durchaus eine gesunde Portion Skepsis bewahren darf, nicht nur angesichts dieser Episode aus der Serie Silicon Valley in der einer der Hauptcharaktere dank eines selbstfahrenden Autos in einem versiegelten Container unwillentlich nach Asien verschifft wird.

Neben Instant Messaging und Augmented Reality sind gerade Fahrzeuge aus dem gehobenen und dem Luxussegment mit Funktionen wie Selbstparken, automatische Distanzregelung, Kollisionswarnsystemen und automatisches Bremsen ausgestattet. Der Autor dieses kürzlich in IT Evolution erschienenen Artikels geht davon aus, dass es lediglich eine Frage der Zeit ist, bis sich die Technologie als weitgehend akzeptiert durchsetzt.

Viele, wenn nicht sämtliche Fortschritte in der Automobilindustrie basieren auf dem Internet der Dinge (IoT) mit seinen vernetzten Komponenten. Die Analysten von Gartner haben bereits in einer Studie von 2015 prognostiziert, dass bis 2020eine viertel Milliarde vernetzter Fahrzeuge unterwegs sein werden. Neben den viel versprechenden Innovationen gibt es bei vernetzten Autos aber eine Reihe inhärenter Risiken. Vor allem, wenn man sich bewusst macht wie viele (Cyber-)Kriminelle mit dem festen Willen unterwegs sind Schaden anzurichten. Aus welcher Motivation heraus auch immer.

Der berühmte Jeep-Hack
Glücklicherweise gab es bisher keinen Hackerangriff bei vernetzten Fahrzeugen, der tödliche Folgen hatte. Aber es gab mindestens einen sehr bemerkenswerten Vorfall, bei dem vor drei Jahren der Jeep des Chefredakteurs des Wired Magazine, Andy Greenberg, gehackt wurde. Für diejenigen, die die Geschichte nicht kennen: Im Sommer 2015 hackten sich die beiden Cybersicherheitsexperten Charlie Miller und Chris Valasek remote in Greenbergs Auto und legten es auf einer Autobahn lahm, während er damit unterwegs war. Den Forschern gelang es nicht nur, die Bremsen des Fahrzeugs bei niedrigen Geschwindigkeiten zu deaktivieren. Sie konnten außerdem verschiedene weitere Steuerungsfunktionen des Fahrzeugs wie Beschleunigen, Bremsen und sogar das Drehen des Lenkrads übernehmen.

Man kann sich leicht ausmalen, was hätte passieren können, hätte dieser Angriff nicht allein Forschungszwecken gedient. So konnten die beiden Sicherheitsexperten sinnfällig zeigen, dass vernetzte Fahrzeuge etliche Schwachstellen haben. Die Realität holte die Forschungsergebnisse schon kurz danach ein. Chrysler sah sich gezwungen rund 1,4 Millionen Fahrzeuge zurückzurufen. Die Software der Uconnect Bordcomputer des Automobilbauers wies eine Sicherheitsschwachstelle auf, geeignet um potenziell von Hackern ausgenutzt zu werden.

Wie sicher sind vernetzte Fahrzeuge?
Die meisten Automotive- und Technologieexperten gehen davon aus, dass es nahezu unmöglich ist, das IoT und mit ihm vernetzte Fahrzeuge vollkommen gegen Hackerangriffe abzusichern. Andere, wie etwa David Pogue, argumentieren, dass man Autos nicht einfach so hacken kann oder wie er es ausdrückt, es sich "immer noch um eine hypothetische Bedrohung" handelt. Hacker haben allerdings ausreichend unter Beweis gestellt, dass sie ebenso hartnäckig wie geduldig sein können, wenn es darum geht Schwachstellen mit potenziell schwerwiegenden Folgen ausfindig zu machen.

Die Automobilbranche hat aber durchaus einige Möglichkeiten die Risiken zu begrenzen. So lassen sich Schwachstellen besser unter Kontrolle bringen, wenn man Sicherheitsrisiken ständig überwacht und zeitnah behebt. Hat man eine Schwachstelle aufgedeckt, helfen OTA-Updates (Over-the-Air) Softwareaktualisierungen und Patches auf breiter Basis aufzuspielen. Man sollte allerdings nicht verschweigen, dass auch OTA-Updates ihre ganz eigenen Probleme mitbringen. Hersteller müssen dafür sorgen, dass nur zugelassene, legitime Updates installiert werden, und dass sie vor dem Einspielen nicht manipuliert werden können.

Noch bevor der Hersteller ein Fahrzeug ausliefert, sollte er die vernetzten Dienste sorgfältig testen. Das trägt dazu bei, einen Angriff zu verhindern und sicherzustellen, dass alle vernetzten Teile die Leistungsanforderungen erfüllen. Automobilbauer sollten auf einen IoT-Anbieter zurückgreifen, der Risikobewertungen durchführt. So stellt man fest, welche Risiken bestehen und wie schwerwiegend sie sind. Auf dieser Basis lässt sich ein Aktionsplan erstellen.

Die Automobilhersteller wie auch alle anderen Akteure der Branche sollten dazu übergehen. standardmäßig sichere IoT-Technologien einzusetzen. Damit die Zukunft des vernetzten Fahrzeugs nicht nur komfortabel, sondern sicher und weniger beunruhigend wird als in Silicon Valley, Episode 1.
(GlobalSign: ra)

eingetragen: 10.09.18
Newsletterlauf: 15.10.18

GlobalSign: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.


Meldungen: Hintergrund

  • Malware für Credential-Diebstahl

    Die ganze Welt spricht von Ransomware, wenn es um Malware geht. Dabei spielten nach Auswertungen der FireEye Threat Intelligence im vergangenen Jahr 2018 entsprechende Attacken mit lediglich zwei Prozent nur eine untergeordnete Rolle. Viel größer waren Malware-Attacken bei denen es darum ging persönliche Daten zu erlangen. Der Einsatz von Credential Theft Malware stellte demnach mit 47 Prozent fast die Hälfte der festgestellten Malware-Angriffe. Das Aufdecken der Doxing-Attacke gegen deutsche Politiker und Prominente Anfang 2019 zeigt deutlich, dass viele Internetnutzer immer noch zu sorglos mit ihren Passwörtern umgehen. Aber selbst, wer in diesem Umfeld Sorgfalt walten lässt, ist nicht immer zu 100 Prozent geschützt. Das haben die Cyber-Security-Experten der FireEye Threat Intelligence ermittelt. "Zwar ist Ransomware immer noch ein Thema, erklärt Jens Monrad, Head of FireEye Intelligence EMEA. "Die momentan wichtigste Bedrohung ist allerdings die durch Credential Theft Malware".

  • Sechs Trends beim sicheren mobilen Arbeiten

    Der Einsatz mobiler Endgeräte in Unternehmen bewegt sich in zwei Spannungsfeldern: erstens zwischen firmeneigenen und privaten Smartphones und Tablets sowie zweitens zwischen Benutzerfreundlichkeit und Sicherheit. Virtual Solution zeigt auf, welche Trends dabei in den nächsten Monaten wichtig werden. Ungenügend geschützte mobile Endgeräte erweisen sich schnell als Einfallstor für Cyber-Angriffe aller Art. Daher haben Unternehmen im Jahr 2018 - nicht zuletzt aufgrund der hohen Anforderungen der DSGVO - ihre Anstrengungen zur Verbesserung der Sicherheitslage verstärkt.

  • Sicherheitslösungen in einer IT-Infrastruktur

    Ob "Multi-Engine" oder "Multi-Vendor": Rund um den parallelen Einsatz von mehreren Antivirus-Lösungen bestehen nach wie vor viele Mythen und Vorurteile. Dabei kann ein moderner, intelligenter Ansatz im Rahmen eines Security-Frameworks das Sicherheitsniveau in Unternehmen und Organisationen signifikant erhöhen. Die Experten des IT-Sicherheitsverbandes Tabidus Technology haben die fünf häufigsten Vorurteile über Multi-Engine-Antivirus zusammengestellt - und zeigen gleichzeitig auf, was sich wirklich dahinter verbirgt.

  • Wettrüsten mit Künstlicher Intelligenz (KI)

    Das Jahr 2018 stellte Unternehmen durch das Inkrafttreten der neuen europäischen Datenschutz-Grundverordnung DSGVO und der Umsetzung der europäischen Richtlinie zur Gewährleistung einer hohen Netzwerk- und Informationssicherheit (NIS-Richtlinie) vor zusätzliche Herausforderungen in Sachen Cyber Security. Die Aufmerksamkeit für Bedrohungen und die damit verbundenen Investitionen in Cyber-Sicherheit und -Strategien wurden überdies durch eine starke Zunahme von Cryptojacking- und schwerwiegenden Hacking-Angriffen, wie beispielsweise kürzlich auf den Münchner Maschinenbauer Krauss-Maffei, beeinflusst. Die Frage, die sich für 2019 stellt: Auf was müssen sich Unternehmen einstellen und wohin geht die Reise in Sachen Cyber-Bedrohung? Jörg von der Heydt, Channel Director DACH bei Skybox Security, erläutert, welche Security-Trends das Jahr 2019 bestimmen werden.

  • eIDAS wird sich zügig verbreiten

    Die EU-Verordnung eIDAS für den sicheren grenzüberschreitenden Datentransfer wird 2019 eine starke Verbreitung erfahren und das IT-Sicherheitsgesetz weitere Branchen und Unternehmen umfassen. Doch gleichzeitig werden nach den Trendaussagen von Detlev Henze, Geschäftsführer der TÜV Trust IT, die Cyber-Gefahren deutlich zunehmen. Deshalb müssen die wertvollen Vermögenswerte besonders geschützt, die Architekturen der produktionsnahen IT verändert und KI-Lösungen für einen vorausschauenden Schutz entwickelt werden. Ein Kernproblem wird 2019 weiterhin der Mangel an Experten für die IT-Sicherheit bleiben.