- Anzeigen -


Sie sind hier: Home » Markt » Tipps & Hinweise

So schaltet man WannaCrypt aus


Sicherheitshinweise zu Ransomware-Angriffen durch "WannaCrypt"
Am 13. Mai veröffentlichte Microsoft einen Notfall-Sicherheits-Patch für nicht unterstützte Windows-Versionen, einschließlich Windows XP, Vista, Windows 8 sowie Server 2003 und 2008


- Anzeigen -





Statement von Phil Richards, CISO von Ivanti

Seit dem Wochenende (12. Mai 2017) verbreitet sich weltweit eine aggressive Schadsoftware unter dem Namen "WannaCrypt". Aus aktuellem Anlass finden Sie nachfolgend Hintergrundinformationen des Anbieters für Sicherheitslösungen, Ivanti, zu dieser Form von Ransomware sowie Tipps, sich davor zu schützen.

Es scheint sich hier um eine Variante von WanaDecryptor zu handeln, einer relativ neuen Form von Ransomware. Diese spezielle Ransomware wird von 30% der AV-Anbieter mit aktuellen Virendefinitionen korrekt identifiziert und blockiert. Aktuell ist kein allgemeiner Schlüssel für die Dekodierung (Crack-Code) verfügbar. Diese Malware verändert Dateien in den Verzeichnissen /Windows und /windows/system32 und infiziert weitere Benutzer im Netzwerk. Beide Aktionen erfordern Administratorrechte.

Methoden zur Bekämpfung dieser Ransomware:
1. Die Ransomware greift über Phishing oder Social-Engineering-E-Mails an. Schulen Sie Ihre Mitarbeiter, unbekannte oder bösartige E-Mails zu ignorieren.


2. Aktualisieren Sie sofort Ihre Microsoft-Patches, insbesondere MS17-010. Das wird die Ausbreitung der Ransomware verlangsamen.

3. Statten Sie alle Endpunkte mit effektiver Antivirus-Software aus. Wenn Virendefinitionen auch nur eine Woche veraltet sind, wird die AV-Software diese Ransomware nicht erkennen.

Beschränken Sie Administratorrechte und erlauben Sie nur die Ausführung von Whitelist-Software. Diese Malware wäre nicht so erfolgreich, wenn sie keinen Zugriff auf Admin-Berechtigungen hätte und wenn sie in der Whitelist mit erlaubter Software nicht aufgelistet ist, könnte sie grundsätzlich nicht laufen.

Hintergründe zu "WannaCrypt"

Malware-Name (alle gemeldeten Varianten, einige schon älter, aber verwandt):
WannaCrypt, Wana Decrypt0r 2.0, WanaDecryptor, WannaCry, WanaCrypt0r, WCrypt, WCRY

Vector: Diese Ransomware verwendet mehrere Angriffsvektoren. Anfällig sind alle Windows-Versionen vor Windows 10, die das Sicherheitsupdate MS17-010 im März nicht eingespielt haben. Windows XP und Server 2003 sind besonders anfällig, da bis Freitag kein Patch für diese Schwachstelle auf diesen Betriebssystemen verfügbar war.

>> Der primäre Angriffsvektor ist die Verteilung per E-Mail. WannaCrypt verwendet die Methoden Social Engineering oder Phishing, bei denen Benutzer eine Schadsoftware, die in eine E-Mail integriert ist, selbst öffnen und ausführen. Die Malware installiert sich dann selbst und startet sofort die Verschlüsselung von Dateien.

>> Als nächstes versucht WannaCrypt, sich innerhalb des Netzwerks oder über das Internet zu verbreiten. Hierzu wird der Exploit-Code für die Sicherheitsanfälligkeit CVE-2017-0145 http://cve.mitre.org/cgi-bin/cvename.cgi?name=CVE-2017-0145 verwendet, der es einem Angreifer ermöglicht, über speziell gestaltete Pakete beliebigen Code auf einem SMBv1-Server auszuführen, auch bekannt als "Windows SMB Remote Code Execution Vulnerability" (Sicherheitsanfälligkeiten in Windows SMB bezüglich Remotecodeausführung). Diese Sicherheitsanfälligkeit ist nur im SMB v1.0-Protokoll vorhanden. Microsoft hat im März einen Patch veröffentlicht: Microsoft-Sicherheitsbulletin MS17-010 https://technet.microsoft.com/en-us/library/security/ms17-010.aspx. Weitere Informationen zu diesem Update finden Sie im Microsoft Knowledge Base-Artikel 4013389 https://support.microsoft.com/de-de/help/4013389/title.

>> Alle Windows-Versionen von Windows XP bis Server 2016 sind betroffen. Diese Systeme haben standardmäßig SMBv1 aktiviert. Windows 10 ist nicht betroffen. Am 13. Mai veröffentlichte Microsoft einen Notfall-Sicherheits-Patch http://www.catalog.update.microsoft.com/Search.aspx?q=KB4012598 für nicht unterstützte Windows-Versionen, einschließlich Windows XP, Vista, Windows 8 sowie Server 2003 und 2008.

Lösegeld: Zwischen 300 und 600 US-Dollar. Es gibt einen rm-Code im Wurm, um Dateien zu löschen. Außerdem gibt es einen integrierten Neustart-Mechanismus, der den Wurm wohl zurücksetzt, wenn er abstürzt.

Wer war betroffen?
Anfänglich erfolgte der Angriff isoliert in Großbritannien – genauer gesagt, im staatlichen Gesundheitssystem National Health Service (NHS) –, verbreitete sich jedoch innerhalb weniger Stunden weltweit. Bis jetzt sind bis zu 200.000 Organisationen in 150 Ländern betroffen, einschließlich Russland, Spanien, Deutschland und USA. Auch bekannte Unternehmen wie FedEx, Renault, Nissan, Deutsche Bahn und Telefonica haben den Angriff gemeldet.

Backdooring und andere Auswirkungen: Zusätzlich zum Lösegeld verbreitet sich der Wurm durch jede RDP-Session auf einem System, indem er die Ransomware als Benutzer ausführt. Er scheint auch die Hintertür DOUBLEPULSAR zu installieren, die in Zukunft die Remotecodeausführung ermöglichen könnte. Darüber hinaus korrumpiert die Malware Schattenvolumen und erschwert damit das Recovery. (Anmerkung: Diese Korruption einer Schatten-Kopie sorgt auch dafür, dass die nächste AV-Generation Probleme hat, die Auswirkungen rückgängig zu machen, wenn dies nicht vor der Ausführung entdeckt wird.)

Kill-Switch: Ein Malware-Experte hat zufällig einen "Kill-Switch" auf WannaCrypt entdeckt, der mit der festen Domain iuqerfsodp9ifjaposdfjhgosurijfaewrwergwea.com verbunden ist. Wenn diese Domain erfolgreich eine HTTP-Antwort zurückgibt, stoppt der Kill-Switch die weitere Ausbreitung der Malware. Es sei darauf hingewiesen, dass der Kill-Switch nicht ausgelöst wird, wenn die Maschine nicht auf diese Domain zugreifen kann (Air-Gap, Firewall oder Filter). Sie versucht nur einmal dorthin zu gelangen.

Der Kill-Switch hat die Ausbreitung dieser Ransomware verlangsamt und verschafft Organisationen etwas Zeit für ein Patch. Allerdings wird es wahrscheinlich nicht mehr als ein paar Tage dauern, bis eine neue Bedrohung auftaucht. Allein am Sonntag wurden drei neue Varianten identifiziert. Ein Patch ist dringend zu empfehlen!

Sicherheitsbulletin: https://technet.microsoft.com/en-us/library/security/ms17-010.aspx

Weitere Informationen:
Ivanti-Community: https://community.ivanti.com/docs/DOC-47846
Ivanti-Blog: https://www.ivanti.com/blog/wannacry-ransomware-exploding-across-globe/

eingetragen: 15.05.17

Ivanti: Kontakt und Steckbrief

Der Informationsanbieter hat seinen Kontakt leider noch nicht freigeschaltet.

- Anzeigen -





Kostenloser IT SecCity-Newsletter
Ihr IT SecCity-Newsletter hier >>>>>>

- Anzeigen -


Meldungen: Tipps & Hinweise

  • Vorsicht vor Phishing-Betrug

    Mehr als 3 Milliarden Menschen auf der ganzen Welt benutzen mindestens einmal im Monat soziale Medien. Und diese Zahl wächst weiterhin rasant: Der 2018 Global Digital Berichtsreihe zufolge ist die Anzahl der Benutzer der Top-Plattform in allen Ländern um fast 1 Mio. pro Tag gestiegen. Obwohl soziale Medien in unserem alltäglichen Leben eine außergewöhnliche Rolle spielen, warnen Sicherheitsexperten vor den weiterhin oft unterschätzten Gefahren. Das letzte Jahr hat einige eklatante Sicherheitslücken der sozialen Plattformen im Hinblick auf Privatsphäre und Datenschutz offenbart. Man denke an den Facebook und Cambridge Analytica Skandal, Quora oder auch die vorangegangenen Pannen bei LinkedIn und Snapchat.

  • Hacker auf Schatzsuche

    Mittlerweile lautet die Frage nicht mehr, ob ein Unternehmen einen Sicherheitsverstoß erleidet, sondern wann. Durch Sabotage, Datendiebstahl und Spionage ist der deutschen Industrie in den vergangenen beiden Jahren ein Gesamtschaden von insgesamt 43,4 Milliarden Euro entstanden, so eine aktuelle Studie des Digitalverbandes Bitkom. Datendiebstahl bleibt eine der größten Bedrohungen für die Unternehmenssicherheit. Der Schwarzmarkt mit gestohlenen Datensätzen floriert, im Darknet sind Exploit-Kits für Datendiebe laut des Underground Hacker Marketplace Reports schon ab 100 US-Dollar zu haben und Cyberkriminelle mit Fortbildungsbedarf bekommen Schulungen zu den unterschiedlichsten Angriffstechniken bereits ab 20 Dollar feilgeboten.

  • In 5 Schritten zum ganzheitlichen Risikomanagement

    Controlware hat einen kompakten Leitfaden für die Durchführung von Risikoanalysen entwickelt. Unternehmen schaffen so in fünf einfachen Schritten die Voraussetzungen für ein nachhaltiges Informationssicherheitsmanagement und stellen die Weichen für eine bereichsübergreifende Risikominimierung. Cyberattacken auf Daten und Systeme der Unternehmen nehmen rasant zu - und bedeuten in Zeiten strenger Compliance-Vorgaben und hoher Bußgelder ein erhebliches finanzielles Risiko. Hinzu kommt, dass ein erfolgreicher Angriff oder Datendiebstahl auch den Ruf des betroffenen Unternehmens nachhaltig schädigt. IT-Abteilungen sind daher mehr denn je auf ganzheitliche Sicherheitskonzepte angewiesen. Voraussetzung dafür ist aber zunächst ein unternehmensweites Risikomanagement.

  • Trotz hoher Risiken sicher mobil arbeiten

    Egal, ob BYOD oder klassische Firmenhandys, der Einsatz von Smartphones und Tablets ist mittlerweile auch in Unternehmen üblich. Unternehmen ist es durchaus bewusst, dass es Risiken beim Einsatz von mobilen Geräten gibt, doch mit der richtigen Lösung kann sicheres mobiles Arbeiten gewährleistet werden. Virtual Solution erklärt, worauf Anwender unbedingt achten müssen. Mobile Endgeräte stehen ganz oben auf der Beliebtheitsskala und kommen deshalb auch vermehrt für betriebliche Aufgaben zum Einsatz. Dabei geraten oft die Risiken aus dem Blickfeld. Letztlich haben bei dieser Geräte-Kooperation beide Partner, also sowohl die Unternehmens-IT als auch der Anwender, eine Verantwortung, wenn es um die Sicherheit geht. Virtual Solution zeigt, worauf sie achten müssen.

  • Fünf Tipps für sicheres Onlineshopping

    Eine Studie des Digitalverbands Bitkom ergab, dass im Jahr 2017 insgesamt 96 Prozent aller Internetnutzer ab 14 Jahren online eingekauft haben. Dieses Potenzial haben jedoch auch Cyber-Betrüger erkannt. Für sie sind Onlineeinkäufe eine wahre Goldgrube und dementsprechend nutzen sie alle möglichen Tricks, um unvorsichtige Käufer zu betrügen. Bereits im Jahr 2014 lag nach Angaben des Handelsverbandes Deutschland (HDE) e.V. die Gesamtschadenssumme durch Betrug im Onlinehandel bei 2,4 Milliarden Euro. Inzwischen dürfte diese Zahl noch einmal deutlich gestiegen sein. Wer jedoch einige einfache Sicherheitstipps befolgt, gibt Betrügern keine Chance und kauft sicher online ein. BullGuard hat fünf Tipps zusammengestellt, die für Schutz beim Online-Shopping sorgen.