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Kontrolle über ein betroffenes System


Offene Fragen zur Qualitätskontrolle bei Microsoft
Ivanti Analyse des Patch Tuesday im Oktober: ruhiges Herbstwetter im Patchmanagement

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Von Chris Goettl, Leiter Produktmanagement, Sicherheit bei Ivanti

Microsoft gönnte allen IT-Verantwortlichen im Oktober eine kleine Verschnaufpause – zumindest, was die aktuellen Updates anbetrifft. Zum Patch Tuesday vermeldet Redmond gerade einmal einen Zero Day Exploit und eine Schwachstelle, die öffentlich bekannt gegeben wurde. Und was noch erstaunlicher ist: Es gab in diesem Monat kein einziges Sicherheitsupdate für Adobe Flash.

Die Zero-Day-Schwachstelle CVE-2018-8453 findet sich in der Win32-Komponente des Microsoft-Betriebssystems, bei der Objekte im Arbeitsspeicher nicht ordnungsgemäß behandelt werden. Ein Angreifer muss sich zunächst am Betriebssystem anmelden, kann dann aber diese Schwachstelle ausnutzen, um Code im Kernel auszuführen und Administratorrechte zu erhalten. Diese Schwachstelle hat einen Basis-CVSS-Wert von 7. Unglücklicherweise ist sie in allen Betriebssystemen mit Updates vorhanden – angefangen von Server 2008 bis hin zu Windows 10.

Die Schwachstelle ist CVE-2018-8423 "Microsoft JET Database Engine Remote Code Execution Vulnerability" wurde vom Unternehmen öffentlich bekannt gegeben. Ein Angreifer, der diese Schwachstelle erfolgreich ausnutzt, könnte die Kontrolle über ein betroffenes System übernehmen. Diese Schwachstelle erlaubt jedoch keine direkte Erweiterung der Zugriffsrechte. Das heißt, dass ein lokaler Benutzer, der auf diese Schwachstelle zielt, im Vergleich zu einem Administrator seine eingeschränkten Rechte behält. CVE-2018-8423 erfordert eine speziell gestaltete Datei, um die JET-Datenbank-Engine einzusetzen. Ähnlich dem Zero Day Exploit ist CVE-2018-8423 auch in allen Betriebssystemen zu finden. Der Basis-CVSS-Wert für diese Schwachstelle beträgt 7,8.

Insgesamt hat Microsoft 49 CVEs über sein gesamtes Portfolio hin gepatcht. Wie erwartet, wurde die Mehrheit (33) in Windows 10, Edge und den zugehörigen Serverversionen behoben. Bitte beachten Sie, dass Redmond letzte Woche ein spezielles Update für Server 2019 allgemein verfügbar gemacht hat. Microsoft setzt damit sein Vorgehen aus dem letzten Monat fort, als das Unternehmen neben seinem monatlichen Rollup auch ein reines Security-Release für Server 2008 veröffentlicht hat. Zuvor gab es mit dem Patch Tuesday nur ein einziges Sicherheitsupdate. Auch in diesem Monat wurden Updates für alle unterstützten Versionen des Exchange und SharePoint Servers separat veröffentlicht.

Office im Blick
Office erhielt Updates für Excel, Outlook, PowerPoint und Word und natürlich für die gesamte Office Suite. Seit der Version 16.17 wird Office für Mac nun offiziell "Office 2019" genannt. "Office 2016" erhält bis Oktober 2020 weiterhin "nach Bedarf" Updates. Zum Glück gibt es dafür jetzt eine separate Seite mit den aktuellen Versionshinweisen. Office 2016 wird MacOS weiterhin bis zurück zu Yosemite (10.10) unterstützen, während Office 2019 Sierra (10.12) oder höher benötigt. Office 365 funktioniert entweder mit den Patches für Office 2016 oder Office 2019, obwohl Office 365 technisch gesehen nun auf dem Office 2019-Zweig liegt.

Sollten Sie nach der Version 1809 von Windows 10 suchen – auch bekannt als das Windows 10 Oktober 2018 Update, werden Sie es im Moment nicht herunterladen können. Microsoft hat den Rollout gestoppt, um einige wichtige Probleme zu beheben. Zentral hierbei ist das von vielen Nutzern gemeldete Verhalten, dass Dateien im Ordner C:/Users/[username]/Documents/ gelöscht werden. Ein Zurücksetzen auf die vorherige Version bringt leider nichts, da die betroffenen Dateien nicht wiederhergestellt werden. Daneben wurden auch andere Probleme angemerkt, darunter ein Kompatibilitätsproblem mit Intel-Display-Audio-Gerätetreibern und dem Task Manager, die keine korrekten Informationen zur CPU-Auslastung anzeigen.

Wie kann so etwas passieren? Das fragen nicht nur wir uns: Mehrere Artikel stellen den Prozess der Qualitätskontrolle von Microsoft und das Insider-Programm als Ganzes in Frage, die all diese Fehler vor der Veröffentlichung eigentlich aufdecken sollten.

Nun zu den Drittherstellern. Wie eingangs erwähnt, hat Microsoft kein Flash-Update veröffentlicht. Allerdings kam ein so genanntes "Nicht-Sicherheitsupdate" von Adobe (APSB18-35). Apple stellt ein Sicherheitsupdate für iCloud für Windows 7.7 zur Verfügung, das 19 Schwachstellen behebt. Spielen Sie es auf jeden Fall auf, sollten Sie Apple-Produkte verwenden. Oracle wird am 16. Oktober sein Critical Patch Update (CPU) veröffentlichen. Hier werden Sie zusätzlich zu den Anwendungs-Updates auch neue Java-Patches erhalten. Ansonsten bleibt zu hoffen, dass das ruhige Herbstwetter im Patchmanagement noch eine Weile anhält. (Ivanti: ra)

eingetragen: 26.10.18
Newsletterlauf: 19.11.18

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Meldungen: Sicherheitslecks

  • Offene und ungeschützte MQTT-Server

    Avast hat entdeckt, dass über 49.000 Message Queuing Telemetry Transport (MQTT) Server aufgrund eines falsch konfigurierten MQTT-Protokolls online öffentlich sichtbar sind. Darunter befinden sich 32.000 Server ohne Passwortschutz - davon 1.719 in Deutschland - wodurch die Gefahr eines Datenmissbrauchs steigt. MQTT-Protokolle werden genutzt, um Smart-Home-Geräte über Smart Hubs miteinander zu verbinden und zu steuern. Beim Implementieren des MQTT-Protokolls richten Nutzer einen Server ein. Dieser Server befindet sich bei Endverbrauchern üblicherweise auf einem PC oder einem Mini-Computer wie dem Raspberry Pi, mit dem sich Geräte verbinden und damit kommunizieren können.

  • Testlauf einer Spionagekampagne

    Die am 27. August 2018 auf GitHub und Twitter veröffentlichte Zero Day-Schwachstelle für Microsoft Windows-Bestriebssysteme wurde nach wenigen Tagen in einer ersten Malware-Kampagne ausgenutzt. Eset hat die Malware-Kampagne einer Gruppe namens PowerPool zugeordnet. Bis jetzt gingen den Cyberkriminellen nur eine kleine Anzahl von Opfern in die Falle, wie sich aus den untersuchten Telemetrie-Daten und den Uploads ergibt. Daher glauben wir an einen Testlauf einer Spionagekampagne. Unter den betroffenen Ländern befinden sich Chile, Deutschland, Indien, die Philippinen, Polen, Russland, das Vereinigte Königreich, die Vereinigten Staaten und die Ukraine. Betroffen sind die Windows Betriebssysteme 7 bis 10 - im Speziellen die ALPC-Funktion (Advanced Local Procedure Call).

  • 1.8 Milliarden WhatsApp-Nutzer betroffen

    Das Research-Team von Check Point Software Technologies veröffentlicht Details zu FakesApps, einem Schwachpunkt in WhatsApp. Dabei gelang es Check Point, WhatsApp-Nachrichten von Usern zu manipulieren. Im Rahmen der Untersuchung wurden drei Angriffsmöglichkeiten gezeigt: >> Die Veränderung einer gesendeten Antwort, sodass dem Absender falsche Worte in den Mund gelegt werden. >> Abgabe einer gefälschten Antwort in einem Gruppenchat. Die zitierte Person muss dabei nicht einmal in der Gruppe Mitglied sein. >> Versendung einer persönlichen Nachricht in einem Gruppenchat, die für den Empfänger wie eine Gruppennachricht an alle Mitglieder aussieht - jedoch nur für ihn sichtbar ist. Wenn diese Person auf die gefälschte Nachricht antwortet, ist seine Antwort aber für alle Gruppenmitglieder sichtbar.

  • Lücke in den Zugangssystemen

    Forscher der finnischen Sicherheitsfirma F-Secure haben eine massive Lücke in den Zugangssystemen weltweit operierender Hotelketten entdeckt, das von Angreifern kompromittiert werden kann, um sich Zugang zu allen Räumen zu verschaffen. Die Schwachstelle wurde in der Software des Schließsystems Vision by VingCard gefunden, eine Lösung, die weltweit Millionen Zimmern in hochrangigen Hotels sichert. Hersteller Assa Abloy hat inzwischen Software-Updates mit Sicherheits-Bugfixes veröffentlicht, um das Problem zu beheben. Die Sicherheitsexperten nutzten bei ihrem Angriff gewöhnliche elektronische Schlüsselkarten des Hotels. Diese waren teilweise längst abgelaufen, ausgemustert oder dienten lediglich dem Zugang zu Garagen oder Abstellräumen. Anhand der Informationen auf dem Schlüssel konnten die Experten jedoch einen Hauptschlüssel mit Zugangsberechtigungen generieren, um so jeden Raum im Gebäude öffnen zu können. Der Angriff blieb völlig unbemerkt und lies auch keine Spuren zurück.

  • Risikobasiertes Management der Schwachstellen

    Spectre und Meltdown dominieren auf Grund ihres massiven Ausmaßes seit Wochen die Schlagzeilen. Doch die Prozessor-Schwachstellen sind nicht unbedingt die einzige Gefahr für Unternehmen. Secunia Research von Flexera veröffentlichte bereits mehr als 35 Vulnerability Advisories zu Spectre/Meltdown. Davon wurden die meisten als "mäßig kritisch" bewertet, mit Kritikalitätswerten von 1 bis 3 bei max. 5 Punkten. Die mögliche Schlussfolgerung: Trotz aller Sicherheitsrisiken durch Spectre und Meltdown, stellen weitere kritische, nicht gepatchte Schwachstellen im Umfeld eine weit gefährlichere und unmittelbare Bedrohung dar.